Wien - Eben erschienen der Bericht über die Einkommen für die Unternehmen im Einflussbereich des Bundes, den der Rechnungshof alle zwei Jahre erstellt. Leiter von Museen rangieren dabei in der Gehaltspyramide vor solchen von Bühnen - wobei wie stets manche Spitzenverdiener fehlen, die nicht in den Tätigkeitsbereich des Rechnungshofes fallen: Franz Häußler, scheidender Generaldirektor der Vereinigte Bühnen Wien, gilt seit langem als Bezieher eines Top-Einkommens, auch die Jahresgagen von Theater an der Wien-Chef Roland Geyer, Musical-Intendantin Kathrin Zechner oder Festwochen-Intendant Luc Bondy werden nicht veröffentlicht, weil sie nicht im Einflussbereich des Bundes stehen.

KHM allen voran

Was der Rechnungshofsbericht auflistet: Wilfried Seipel, Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums (KHM), hat 2006 ein Jahreseinkommen (einschließlich Sozial- und Sachleistungen) von rund 260.000 Euro verzeichnet (2005 waren es 253.800 Euro). Dahinter dürften die künstlerischen Leiter von Staatsoper und Burgtheater rangieren, deren genaues Einkommen dem Bericht jedoch nicht zu entnehmen ist. Die Einkommen von Ioan Holender (Staatsoper) und Klaus Bachler (Burgtheater) sind in dem Bericht nicht im einzelnen dargestellt, da jeweils der Durchschnitt der Geschäftsführer-Einkommen angeführt ist. In beiden Häusern (wie auch in der Volksoper) agieren neben den Direktoren jeweils auch kaufmännische Geschäftsführer. Im Burgtheater kommt man auf durchschnittlich 188.900 Euro (um rund 2.000 Euro mehr als 2005), in der Staatsoper auf 189.000 Euro (unverändert gegenüber dem Vorjahr) und in der Volksoper auf 150.500 (minus 7.500 Euro).

In anderen Institutionen freilich gibt es nur einen Geschäftsführer, weswegen die vom Rechnungshof unternommene Anonymisierung hinfällig wird. Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer findet sich mit 227.000 Euro im Bericht (2005: 210.500 Euro), Theaterservice-Chef Josef Kirchberger mit 167.600 Euro. Das zweiköpfige Führungsteam der Bregenzer Festspiele kommt auf 145.500 Euro (annähernd minus 12.000 Euro), die Salzburger Festspielleitung hat 2006 (im Jahr des Wechsels von Peter Ruzicka auf Jürgen Flimm als Intendant) durchschnittlich 145.300 Euro verdient.

Museen: Sprünge auf hohem Niveau

Im Museumsbereich hat Gerbert Frodl, ehemaliger Leiter der Österreichischen Galerie Belvedere, in seinem letzten Jahr im Amt 2006 ein Plus von rund 40.000 Euro verzeichnet (von 183.400 Euro im Jahr 2005 auf 224.200 Euro 2006). Damit lag er vor Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder (dessen Jahresgehalt um 20.000 Euro auf rund 203.4000 Euro stieg) und MAK-Leiter Peter Noever (der mit 176.100 Euro um über 12.000 Euro weniger bekam als 2005). Wolfgang Waldner, Chef der MuseumsQuartier-Betriebsgesellschaft, verzeichnete ein Plus von 8.000 Euro auf 110.100 Euro, ebenso wie Gabriele Zuna-Kratky (Direktorin des Technischen Museums), deren Jahresgehalt um 10.000 Euro auf 203.900 Euro stieg. Auch Johanna Rachinger, Chefin der Österreichischen Nationalbibliothek, bekam um 5.000 Euro mehr und somit 2006 insgesamt 199.200 Euro. Der Direktor des Naturhistorischen Museums, Bernd Lötsch, verzeichnete um 11.000 Euro weniger und landete auf 163.900 Euro.

Im nächsten Rechnungshof-Einkommensbericht dürfte die Suche nach dem Spitzenverdiener im Kulturbereich übrigens schwieriger werden: Denn im KHM wurde 2007 mit Paul Frey ein kaufmännischer Geschäftsführer an die Seite des Direktors gestellt - worauf auch hier, wie bei Staats- und Volksoper sowie Burgtheater, künftig wohl der Durchschnitt der beiden Einkommen aufgelistet werden dürfte. Dass Seipels Nachfolger dennoch ganz oben unter den Spitzenverdienern sein wird, steht zu erwarten. (APA)