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Die Grundschleppnetze mit tonnenschweren Metallplatten und Rädern machten "die Korallen förmlich platt", berichtete der WWF.

Foto: APA/EPA/Sergio Barrenechea
Die Umweltorganisation World Wildlife Fund (WWF) hat am Freitag vor der Zerstörung der Korallenriffe im Nordostatlantik durch die zunehmende Tiefsee-Fischerei gewarnt und ein weltweites Verbot zerstörerischer Fischereimethoden in sensiblen Lebensräumen gefordert.

Die Fischerei auf hoher See breite sich angesichts leergefischter Küsten und des Fischreichtums der Riffe immer weiter aus, berichtete der WWF. Die Grundschleppnetze mit tonnenschweren Metallplatten und Rädern machten "die Korallen förmlich platt". In manchen Regionen seien bereits bis zu 50 Prozent der Riffe verloren, erklärte der WWF zum Internationalen Jahr des Riffes 2008.

Jahrhunderte für Regeneration benötigt

Die erst in den vergangenen Jahrzehnten entdeckten Kaltwasserkorallen sind laut WWF das europäische Äquivalent zum australischen Great Barrier Reef. Mehr als 2.000 Arten seien bisher bestimmt worden, darunter Schwämme, Seesterne, Seeigel und vielfältige Tiefwasser-Fische. Da die Korallen in der kühlen Tiefsee langsamer wachsen als in tropischen Gewässern, würde die Regeneration einmal zerstörter Riffe mehrere Hundert Jahre dauern.

Kleinere Erfolge

Der WWF verzeichnet nach eigenen Angaben jedoch auch Erfolge beim Riff-Schutz. Seit 1999 seien mehr als 20 Regionen vor Norwegen, Großbritannien und den Azoren zu Schutzgebieten geworden, in denen die Fischerei mit Grundschleppnetzen verboten sei. Etwa 500.000 Quadratkilometer wurden demnach unter Schutz gestellt. Das seien aber immer noch weniger als fünf Prozent des Nordostatlantiks. (APA/AP)