Wien - Der Chef der VAV-Versicherung, Norbert Griesmayr, erwartet, dass bei den Kfz-Prämien 2008 wieder Bewegung eintreten könnte. Nach Jahren der Rabattschlachten wurde die Sparte in den vergangen Jahren saniert. Da der Winter 2006/07 sehr mild war und die Schäden gering blieben, könnte sich das 2008 aber ändern.

Aufmerksam machte Griesmayr auf die Versicherungsproblematik beim Erdrutsch im "Gschliefgraben" in Gmunden in Oberösterreich. Hier gelte es zu klären, ob es sich tatsächlich um einen Erdrutsch oder doch um einen Murenabgang handelt. Ein Erdrutsch sei rechtlich keine Katastrophe und wird von jeder Gebäudeversicherung gedeckt. Bei einer Vermurung wird von einer Katastrophe gesprochen, die nicht gedeckt sei und bei der die Betroffenen nur auf Hilfe der öffentlichen Hand zählen können. Griesmayr ortet daher Aufklärungsbedarf im Zusammenhang mit der Versicherung von Schadensfällen durch Naturkatastrophen.

Hier gehen die Meinungen von 600 befragten Versicherten auseinander: Während es 53 Prozent für eher gerecht empfinden, dass für Wohnhäuser in gefährdeten Regionen auch höhere Prämien gezahlt werden, beurteilen dies 39 Prozent als eher ungerecht. Dass im Gegenzug für nicht gedeckte Naturkatastrophenschäden die öffentliche Hand aufkommt, findet ebenfalls nur die geteilte Zustimmung der befragten Versicherten: 51 Prozent sprechen sich dafür, 44 Prozent dagegen aus. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29./30.12.2007)