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Der Konzern, bei dem Stars wie Robbie Williams und Coldplay unter Vertrag stehen, hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Vorsteuerverlust von 263,6 Mio. Pfund gemacht.

Foto: AP/Wigglesworth
London - Der kriselnde britische Musikkonzern EMI verschärft einem Zeitungsbericht zufolge seinen Sparkurs und könnte in diesem Jahr auch Jobs streichen. Die Verpflichtung neuer Künstler müsse nun direkt von einer Handvoll ranghoher Manager abgesegnet werden, auch Pläne für Marketing-Aktionen würden strenger unter die Lupe genommen, berichtete die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.

Der neue EMI-Eigentümer, das Beteiligungsunternehmen Terra Firma des Investors Guy Hands, will bis 2012 die Marketing-Ausgaben um 28 Mio. Pfund (38,2 Mio. Euro) kappen. 2008 sei auch ein Stellenabbau unter den weltweit 5.500 Beschäftigten wahrscheinlich, hieß es.

"Faule Künstler"

Hands, der sich den britischen Traditionskonzern inklusive übernommener Schulden 4 Mrd. Pfund kosten ließ, sieht sich angesichts rapide sinkender CD-Verkäufe zu einem rigorosen Sparkurs gezwungen, was ihn bei den hauseigenen Stars nicht populärer macht. Vor einigen Monaten drohte er "faulen Künstlern" den Rauswurf an. Die britische Band Radiohead, deren EMI-Vertrag im Herbst ohne eine Verlängerung auslief, warf ihm daraufhin in einem Interview vor, keine Ahnung vom Musikgeschäft zu haben.

Der Konzern, bei dem Stars wie Robbie Williams und Coldplay unter Vertrag stehen, hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Vorsteuerverlust von 263,6 Mio. Pfund gemacht. 2007 hatten Musiker wie Ex-Beatle Paul McCartney das Label verlassen, auch Williams hatte angedeutet, nicht unbedingt bei EMI bleiben zu wollen. (APA)