Wien - Was der Jahreswechsel, der insgesamt einiges konnte, nicht konnte? Er konnte nicht an der EURO vorbei. Der Reihe nach sind dahergekommen: Silvesterhäferln und Glücksschweinderln mit Fußballaufdruck und/oder in Fußballform, EURO-Feuerwerke und Projektionen in den Host Citys Wien, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck, der EURO-Film von Georg Riha in der Neujahrskonzertpause sowie der ÖFB-Neujahrsempfang in der Wiener Börse.

Sagen wir so, bleibenden Wert hat am ehesten der Empfang in der Börse. Nicht nur, weil ÖFB-Präsident Friedrich Stickler ("Wichtigstes Jahr für den österreichischen Fußball") und Teamchef Josef Hickersberger ("Wollen eine tolle EM spielen") zu Wort kamen. Sondern auch, weil dort verkündet wurde, wann und wie man noch zu EURO-Tickets kommen kann. Nämlich ab 16. Februar, 0.00 Uhr, und bis 22. Februar, 23.59 Uhr. In diesem Zeitraum kann sich jeder österreichische Staatsbürger auf einer noch einzurichtenden Homepage um bis zu vier der 10.000 Karten bemühen, die die UEFA dem ÖFB für jedes Gruppenspiel gibt.

Am Ende entscheidet das Los, bis 15. März werden Käufer verständigt. Der ÖFB will allerdings garantieren, dass besonders treue Anhänger auf jeden Fall zu Karten kommen können. Die Top 100 einer Fanrangliste erhalten ein Vorkaufsrecht für je zwei Tickets bei allen drei ÖFB-Vorrundenspielen, weitere 1200 Fans ein Vorkaufsrecht für je zwei Tickets bei einem Spiel. Je zwanzig Karten für die drei Spiele gehen an 22 Vereine (T-Mobile, Red Zac), die ihre treuesten Fans belohnen wollen.

Über die 16 beteiligten nationalen Verbände werden nun insgesamt 400.000 Tickets abgesetzt, dies entspricht etwa 38 Prozent des Kontingents. 350.000 Karten hatte die UEFA bereits im Frühjahr auf den Markt gebracht. Schon in dieser ersten Verkaufsphase, die mit einer Lotterie abgeschlossen wurde, waren mehr als zehn Millionen Anfragen eingegangen. 1,05 Millionen EM-Tickets gibt es. Es lässt sich also sagen, dass knapp drei Viertel der Tickets über die UEFA-Homepage und die Verbände an die Fans gingen und gehen.

Zugestellt werden die Karten erst relativ spät, im Mai, so will die UEFA möglichst verhindern, dass gefälscht wird.

Tickets fürs Freundschaftsspiel gegen Deutschland (Happel-Stadion, 6. Februar) werden vergleichsweise leicht und zwar ab 4. Jänner zu kriegen sein. Weitere ÖFB-Testgegner: die Niederlande (26. März, Wien) sowie Nigeria (27. Mai) und Malta (30. Mai), wobei hier die Spielorte noch nicht feststehen. (fri, hac, DER STANDARD Printausgabe 02.01.2008)