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Foto: APA/EPA/Roessler
Entgegen den Erwartungen hat die italienische Regierung in ihrem "Silvesterdekret" die Umwelt- und Verschrottungsprämien für die Fahrzeugindustrie um ein Jahr verlängert. Davon profitiert vor allem der Turiner Autobauer Fiat mit 30 Prozent Marktanteil in Italien.

Laut Regierungsdekret wird Autofahrern, die ein vor 1997 zugelassenes Fahrzeug verschrotten lassen und einen umweltfreundlichen Neuwagen erwerben, ein Skonto von 700 Euro gewährt. Werden zwei Altwagen verschrottet, steigt die Prämie auf 1200 Euro. Außerdem wird Autofahrern ein Jahr lang die Kfz-Steuer erlassen. Die Rabatte werden Autohändlern vom Staat vergütet. Die Prämie wird auch ausgezahlt, wenn der Altwagen verschrottet, aber kein Neuwagen angeschafft wird.

Die Maßnahme dient vor allem der Erneuerung des veralteten Autobestands und der Verringerung der Schadstoffemissionen. Betroffen sind von den Incentives laut Industrieministerium neun von insgesamt 35 Millionen im Verkehr befindlichen Pkws.

EU-Klimaschutzprogramm

Gefördert werden Modelle, die den Umweltauflagen des EU-Klimaschutzprogramms entsprechen. Die Kohlendioxidemission des Ersatzwagens darf bei Benzinmotoren 140 Gramm pro Kilometer und bei Dieselaggregaten 130 Gramm nicht überschreiten. Mit Prämien belohnt wird auch der Kauf leichter Nutzfahrzeuge, Motorräder und Mopeds. Da die 2006 eingeführten Prämien einen Rekordabsatz in Italiens Automarkt bewirkten, wird nun auch die Erneuerung von Kühlschränken und Gefriertruhen attraktiviert.

Das Marktforschungsinstitut Promotor schätzt, dass 2006 knapp 2,5 Millionen Neuwagen, etwa sieben Prozent mehr als im Jahr davor, zugelassen wurden. Branchenkenner erwarten heuer eine Zunahme um zwei bis drei Prozent. Fiat ist übrigens voll in Fahrt: Umsatz- und Gewinnprognose für 2007 wurden nach oben revidiert, die Schulden sollen voll abgebaut und der Absatz bis 2010 auf 300.000 Pkws steigen. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.1.2008)