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Die ÖBB unterzeichnen heute Nachmittag in Budapest den Kaufvertrag für die MAV Cargo, die Güterverkehrssparte der ungarischen Bahn und fixieren damit ihre erste Übernahme einer ausländischen Bahn. Dieser Schritt sei für die ÖBB von größter strategischer Bedeutung, betonte der Chef der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria (RCA), Ferdinand Schmid.

Neben Schmid wird auch ÖBB-Holding-Vorstand Gustav Poschalko seine Unterschrift unter den Vertrag setzen, mit dem die Übernahme der MAV Cargo durch die Rail Cargo Austria und ihren Konsortiumspartner, der ungarisch-österreichischen Raaber Bahn (Raab-Ödenburg-Ebenfurter Eisenbahn, ROeEE), fixiert wird. Die Beteiligung der Raaber Bahn an der MAV Cargo wird laut Schmid zwischen 10 und 25 Prozent betragen - das genaue Ausmaß soll im Frühjahr festgelegt werden. Dem entsprechend werde auch der Anteil der Raaber Bahn am Kaufpreis ausfallen.

Den von ungarischer Seite bekanntgegebenen Betrag von 400 Mio. Euro wollte Schmid heute nicht ausdrücklich bestätigen, aber auch nicht dementieren. Die ÖBB werden laut Schmid zunächst alles vorfinanzieren und danach von der Raaber Bahn deren Anteil erhalten.

Nicht zu teuer

Die im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung geäußerte Kritik, wonach die ÖBB die MAV Cargo zu viel teuer erwerbe, wollte Schmid nicht gelten lassen. Die ungarische Güterbahn sei für die strategische Entwicklung der ÖBB sehr wichtig, weil sie eine durchgehende Verbindung nicht nur in die Ukraine, sondern auch bis zum Schwarzen Meer und auf den Balkan ermögliche. Die MAV Cargo befördere etwa die Hälfte der von Rail Cargo transportierten Gütermenge.

Man gehe davon aus, dass man die Investition in den Erwerb der MAV Cargo etwa in 10 Jahren zurückverdient haben werde, sagte Schmid. "Das Geld haben wir teilweise selbst, teilweise werden wir es uns vom Kapitalmarkt holen", erklärte er. "Wenn die RCA investiert, dann ist das Geld, das wir selbst verdienen", betonte der RCA-Chef. "Unsere Investitionen müssen sich wie bei anderen Unternehmen rechnen." (APA)