Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat den jüngsten "Tatort" des Norddeutschen Rundfunks (NDR), durch den sich die alevitische Glaubensgemeinschaft diffamiert sieht, kritisiert. Die Sendung habe der Diskriminierung Vorschub geleistet, sagte er am Sonntag im Kloster Loccum. Die Aleviten seien die liberalste Strömung unter den Muslimen. Sie seien in der Türkei nicht anerkannt. Hierzulande müssten die Aleviten daher erwarten können, nicht auch noch verunglimpft zu werden. Wulff kündigte Gespräche mit den Aleviten in Niedersachsen in den nächsten Tagen an. In dem am 23. Dezember ausgestrahlten NDR-Film unter dem Titel "Wem die Ehre gebührt" geht es um einen fiktiven Inzestfall in einer alevitischen Familie. Damit werde uralten Vorurteilen Vorschub geleistet, kritisieren die Aleviten. Ende Dezember hatten rund 20.000 Mitglieder der Glaubensgemeinschaft aus ganz Europa in Köln gegen die Folge der Krimiserie "Tatort" demonstriert. (APA/dpa)