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Zahl der durch medizinische Maßnahmen beeinflussbaren Todesfälle auf je 100.000 in OECD-Ländern

Grafik: APA/M.Schmitt
Wien - Durch rechtzeitige Behandlung relativ leicht vermeidbare Todesfälle sind laut einer in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Health Affairs" in Industriestaaten durchwegs rückläufig. Österreich macht dabei keine Ausnahme, hat sich im internationalen Vergleich sogar um einen Platz verbessert, liegt aber dennoch im hinteren Mittelfeld. Auffallend schlecht kommen die USA weg.

19 Industriestaaten im Vergleich

Durchgeführt wurde die Studie von Ellen Nolte und Martin McKee von der London School of Hygiene and Tropical Medicine, unterstützt vom Commonwealth Fund. Untersucht und verglichen wurden, neben Österreich, 19 weitere Industriestaaten. Darunter Australien, Deutschland, Japan und Kanada.

Was sind vermeidbare Todesfälle?

Unter "amenable mortality" verstehen die Wissenschafter Todesfälle durch Erkrankungen, die durch ein Bündel von Maßnahmen im Gesundheitssystem relativ leicht vermeidbar oder wenigstens beeinflussbar sind. Dazu zählen vor allem bakterielle Infektionen, behandelbare Krebsarten, Diabetes oder Gefäßerkrankungen von Hirn und Herz. Auch Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen zählen dazu.

Die Experten sammelten Daten über derlei beeinflussbare Todesursachen und verglichen dann die Entwicklungen erstmals zwischen 1997 und 1998. Der nächste Vergleich erfolgte vier Jahre später und zeigt die Situation zwischen 2002 und 2003 auf.

Vergleich nach vier Jahren

So lag Österreich ín den 1990ern bei der beeinflussbaren Todesfallrate auf Platz 12 im Länderranking. Das entsprach 108,92 Fälle pro 100.000 Einwohnern im Alter von 0 bis 74 Jahren.

Im Zeitraum 2002/03 lag der Wert bei 84,48 Fällen. Das bedeutet einen Aufstieg im auf Platz 11 internationalen Vergleich und einen Platzwechsel mit Deutschland. Der europäische Nachbar rutschte mit 90,3 Todesfällen um einen Platz zurück.

Spitzenplätze für Frankreich und Japan

Zu beiden Beobachtungszeiträumen an der Spitze, also mit der niedrigsten beeinflussbaren Todesfallrate, lagen Frankreich und Japan. Im internationalen Vergleich merkbar verschlechtert hat sich die Situation in den USA: So lag das Land in den 1990ern mit 114,74 beeinflussbaren Todesfällen pro 100.000 Einwohnern noch auf Platz 15. 2003 rutschen die USA mit 109,65 Fällen auf den letzten Platz der 19 verglichenen Länder ab. (APA)