"Wie bitt?"-Sendungsverantwortliche Nina Horowitz

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Eva Pölzl moderiert.

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Intensivere Recherchen bietet das Gesellschaftsmagazin "Wie bitte?" nun jeden Dienstag. Sendungsverantwortliche Nina Horowitz erklärt ihr Erfolgsrezept: Sie zermürbt Interviewpartner.

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Wo ist Osama Bin Laden? "Ich glaub’, der hat sich irgendwo bei St. Moritz versteckt. Dort isst er Schokolade und freut sich auf die EURO. – Darf man das sagen?" In dem Fall schon: Die Frage nach dem meistgesuchten Terroristen ist Nina Horowitz' Lieblingsfrage an Interviewpartner. "Leider hat noch nie jemand darauf geantwortet", fügt sie hinzu.

Mit 30 ist Horowitz jüngste Sendungsverantwortliche im ORF. Ihr "Wie bitte?" gilt als eine der gelungenen Innovationen der Ära Wrabetz und startet Dienstag (23.35), als Wochenmagazin (Wiederholung: mittwochs, 0.25) neu.

Und was, bitte, ist "Wie bitte?" überhaupt? "Ein breites Gesellschaftsmagazin für ein junges, urbanes Publikum", erklärt Horowitz. Eines, das zeigt, wie "das Leben so ist". Printpendants wie Leben, die Farbbeilage der Hamburger Zeit, fallen einem dazu ein. Dafür braucht es freilich noch ein wenig. Mit der Neupositionierung von der täglichen auf die wöchentliche Ausstrahlungsweise könnte es jedoch funktionieren. Der Zeitpolster ermögliche intensivere Recherche und bessere Vorbereitung, sagt Horowitz. Etwa im Beitrag über den homosexuellen Bürgermeister und Mafiajäger in Sizilien: ORF-Redakteurin Nadja Bernhard begleitete ihn Monate lang.

Die Beiträge entstehen mit fünf Mitarbeitern, Horowitz konzipiert, Stefanie Groiss entwickelt, Eva Pölzl präsentiert und gestaltet Beiträge.

Seitenhiebe

Sie drehen zum Auftakt Ausgewalztes wie Kochboom und Teuerungswelle weiter, fragen nach Thomas Forstner – ein ironischer Seitenhieb auf die Musicalshow. Und liefern so eines der wenigen Formate, das auf ORF 1 als öffentlich-rechtlich durchgeht.

Die Frage nach Bin Laden ist übrigens nur eine von rund hundert, die Interviewte wie Jeannine Schiller, Michael Herbig oder Christine Reiler in der vom täglichen "Wie bitte?" übernommenen Kolumne "Abgeklopft" über sich ergehen lassen müssen.

Darunter sind gescheite und saublöde, wie die Schönheitskönigin erfahren musste: Warum sich Missen immer Weltfrieden wünschen und ob sie, Reiler, die Badehose ihres Lebensgefährten Markus Rogan waschen würde. Gezeigt werden nur die lustigsten Antworten, das Stakkato soll die Interviewten mürbe machen. Horowitz: "In der Hoffnung, dass die irgendwann ihre NLP-Schulung verlieren." (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 8.1.2008)