Auch die Republikaner kämpften wenige Stunden vor der Primary in New Hampshire mit härteren Bandagen: Mitt Romney warf Mike Huckabee und John McCain mangelnde Ehrlichkeit in der Steuerpolitik vor. Huckabee habe in seiner Zeit als Gouverneur von Arkansas Steuern erhöht, nicht gesenkt. Der ehemalige Baptistenprediger rechtfertigte sich mit Investitionen und einem sanierten Budget. "Ach Mike, du erfindest Dinge schneller, als du redest", konterte Romney.

John McCain, dem Senator aus Arizona, warf der ehemalige Gouverneur von Massachusetts vor, 2001 und 2003 gegen Steuerkürzungspläne der Regierung Bush gestimmt zu haben. Der rechtfertigte sich mit seiner Rücksichtnahme auf das Budget: "Ich wurde nicht zur ,Miss Congeniality' im Senat gewählt, weil ich Milliarden Dollar für die Bürger gespart habe."

Am Wochenende gab indes der als Außenseiter unter den Bewerbern um die US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner geltende Ron Paul den überraschend hohen Stand seiner Wahlkampfeinnahmen bekannt. Er nahm im letzten Quartal 2007 20 Millionen Dollar ein - so viel wie die stärksten demokratischen Bewerber Hillary Clinton und Barack Obama.

Der 72-jährige Texaner führte den Erfolg auf sein Interesse für die von der Politik der Regierung enttäuschte Mittelschicht zurück. Der Ex-Kongressabgeordnete gilt als Querdenker. So gibt er den USA selbst die Schuld für die antiamerikanische Stimmung in der Welt. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 8.1.2008)