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Foto: Reuters/Toru Hanai
London - Der Goldpreis hat am Mittwoch seine Rekordjagd fortgesetzt und sich der Marke von 900 Dollar weiter genähert. Am Morgen kletterte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls in der Spitze bis auf 891,30 US-Dollar (607,2 Euro). Damit wurde der Vortagesrekord von über 880 Dollar deutlich übertroffen. Zuletzt hatte sich der Goldpreis vor 28 Jahren mit damals 871 Dollar in ähnlichen Regionen bewegt.

Am Morgen kostete eine Unze noch 887,20 Dollar. Das sind sieben Dollar mehr als am Vortag. Auf Schlusskursbasis hatte Gold die Rekordstände von 1980 bereits in der vergangenen Woche übertroffen.

Reges Kaufinteresse

Händler und Analysten verwiesen am Mittwoch nach wie vor auf reges Kaufinteresse. Angesichts der anhaltenden US-Kreditkrise träten auch langfristig orientierte Investoren als Käufer auf, hieß es. Gold gelte in unruhigen Zeiten als Hort der Sicherheit und diene dem Schutz vor Inflation. Enttäuschende US-Konjunkturdaten hatten in jüngster Zeit die Zinssenkungserwartungen erneut beflügelt. Gleichzeitig bleibt der Ölpreis nach dem Rekord von über 100 Dollar je Barrel in der Vorwoche weiter auf einem hohen Niveau. Dies fache Inflationssorgen weiter an.

Der Goldpreis marschiere in Richtung 900 Dollar, sagte Commerzbank-Experte Eugen Weinberg. Bereits in den nächsten Tagen sei mit einem Test dieser Marke zu rechnen. Angesichts des kräftigen Anstiegs in jüngster Zeit sei auch aber eine kurzfristige Konsolidierung bis auf 850 Dollar "jederzeit möglich". Auch Analyst Nikolaus Keis von der Großbank UniCredit hält kurzfristig einen Sprung über 900 Dollar für möglich. Das Risiko einer Korrektur nach unten sei kurz- bis mittelfristig aber gestiegen. Dies könnte den Preis auf 825 Dollar drücken.

"Goldrausch"

"Wir sind mitten im Goldrausch", sagte auch UniCredit-Experte Jochen Hitzfeld. Seit Jänner 2005 hat sich der Goldpreis inzwischen mehr als verdoppelt. Der Experte rechnet langfristig mit weiter deutlichen Preiserhöhungen. Bis zum Jahr 2010 sei ein Anstieg auf 1.400 US-Dollar nicht ausgeschlossen. Die Dollar-Schwäche sei nur ein Faktor hinter dem Goldpreisanstieg. Während die globale Produktion begrenzt sei, dürfte die globale Nachfrage hoch bleiben.

In heutigen Preisen, also real betrachtet, sei der Goldpreis aber noch weit von seinem Rekord entfernt, betonte Commerzbank-Experte Weinberg. Bereinigt um den US-Konsumentenpreisindex liege der Rekordstand vom 21. Jänner 1980 bei 2.384 Dollar und somit das aktuelle Niveau noch weit darunter. (APA/dpa)