Wien/St. Pölten/Kottingbrunn - In der Causa Battenfeld scheint es eine positive Wende zu geben: Masseverwalter Manfred Lentsch hat am Mittwoch "positive Gespräche" mit der Münchner Investorengruppe Adcuram Group AG bestätigt. "Es gibt ein konkretes Konzept, das ich dem Gläubigerausschuss schnellstmöglich präsentieren werde."

Mit dem unterbreiteten Angebot leiste Adcuram "einen entscheidenden Beitrag für eine positive Zukunftslösung", sagte Geschäftsführer Florian Meise nach den Gesprächen. Die Investorengruppe als Eigentümer und gleichzeitig größter Gläubiger des Neumaschinengeschäfts (BKU) sei auch bereit, die Fortführung des Unternehmens im Rahmen des Insolvenzverfahrens "wirtschaftlich wesentlich zu unterstützen" und für den Masseverwalter "entscheidende Voraussetzungen für eine übertragende Sanierung zu schaffen".

Nun gehe es darum, den Betrieb am Standort Kottingbrunn endgültig gemeinsam zu sichern, stellten Wirtschaftslandesrat LHStv. Ernest Gabmann (ÖVP) und Klubobmann Klaus Schneeberger (ÖVP) als Vertreter des Landes fest. Adcuram habe schnell und konstruktiv Schritte gesetzt.

"Als renommierte Industriegruppe, die in den vergangenen Jahren zahlreiche schwer angeschlagene Betriebe und damit tausende Arbeitsplätze gesichert hat, stellen wir uns auch in dieser schwierigen Situation unserer Verantwortung", sagte Meise. Das BKU habe bei der Übernahme 2006 als in der Branche "unlösbarer Fall" gegolten. Adcuram habe in den vergangenen Monaten dennoch einen "substanziellen Millionenbetrag" bereitgestellt, aufgrund der verschärften Wettbewerbssituation und enormer Preissteigerungen bei der Zulieferindustrie hätten ergriffene Restrukturierungsmaßnahmen "für eine langfristig positive Entwicklung nicht gereicht". Meise: "Nun tun wir gemeinsam mit dem Land Niederösterreich alles, um den Masseverwalter zu unterstützen."

Ziel Fortführung

"Die Fortführung des Betriebs mit dem Ziel, einen neuen Eigentümer zu finden, hängt nun primär an der Frage der Finanzierung", erklärte Michael Lentsch. Und die müsse "bis Freitag endgültig geklärt werden", fügte der Masseverwalter hinzu.

Gabmann ließ wissen, dass in den Gesprächen "auch die zuletzt geäußerten Vorwürfe in Richtung Adcuram für das Land Niederösterreich aufgeklärt" worden seien.

Das Land sehe daher "keine Veranlassung, weitere Schritte zu setzen". Darüber hinaus sei "im Interesse eines weiteren positiven Verlaufes des Insolvenzverfahrens" zwischen allen Beteiligten "Stillschweigen vereinbart" worden. (APA)