Wien - Rund eine Million bzw. zwölf bis 13 Prozent der Österreicher sind armutsgefährdet, zeigen die regelmäßigen Erhebungen der Statistik Austria. Etwas weniger als die Hälfte davon (44 Prozent) ist dauerhaft von Armut gefährdet oder betroffen, zeigte eine vertiefende Studie über die beiden Jahre 2004 und 2005. Rund 1,57 Millionen Menschen - also 19 Prozent der Bevölkerung - waren zumindest in einem der beiden Jahre armutsgefährdet.

Pensionistinnen am gefährdesten

442.000 Menschen - etwa fünf Prozent - mussten in beiden Jahren mit einem niedrigen Einkommen auskommen und waren auch verstärkt von sichtbaren Armutslagen betroffen. Die größte Gruppe unter den dauerhaft Armutsgefährdeten stellen die Pensionistinnen; von ihnen waren 2005 96.000 armutsgefährdet.

Beim größeren Teil der Armutsgefährdeten gab es eine gewisse Dynamik: 559.000 Menschen (sieben Prozent der Bevölkerung) fielen von 2004 auf 2005 unter die Armutsgefährdungsgrenze von 900 Euro. Ungefähr ebenso viele Personen konnten ihr Einkommen über die Armutsschwelle verbessern. Die meisten von ihnen schafften es aber nur geringfügig - zwischen 50 und 150 Euro - über die Gefährdungsschwelle. Solch geringfügige Schwankungen verdecken chronisch benachteiligte Positionen im Nahebereich zur Armutsgefährdung, hält die Statistik Austria fest.

Die Studie der Statistik Austria basiert auf EU-Vorgaben. Der "Survey on Income and Living Conditions" (SILC) wird seit 2003 regelmäßig durchgeführt; für die aktuelle Studie über die Dauerhaftigkeit der Armutsgefährdung hat die Statistik Austria die Ergebnisse von 2004 und 2005 näher untersucht. (APA)