Innsbruck - Im Rechtsstreit zwischen dem deutschen Finder und der Tiroler Marktgemeinde Reutte um einen Meteoriten, der 200.000 Euro wert sein soll, ist es am Dienstag im Landgericht Augsburg zu einer gütlichen Lösung zwischen den Streitparteien gekommen. Der zu einer weltweit seltenen Gruppe von Meteoriten gehörende "Neuschwanstein 3" bleibt beim deutschen Finder. Der Physiker verpflichtete sich im Gegenzug, sämtliche Gerichtskosten zu übernehmen und eine pauschale Ausgleichszahlung von 25.000 Euro an die Gemeinde Reutte zu zahlen.

Der Bürgermeister von Reutte, Helmut Wiesenegg, könne mit diesem Vergleich gut leben, hieß es in einer Aussendung. Es sei ihm immer wichtig gewesen, den Meteoriten für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. "Die Beteuerung des Finders, den wertvollen Fund einem Museum - genannt wurde das Naturhistorische Museum in Wien - zur Verfügung zu stellen, entspricht unseren Wünschen ", erklärte er. Durch den Vergleich bleibe allerdings die Rechtsfrage offen, wem der Meteorit juristisch betrachtet nun tatsächlich gehöre.

Erfolgreiche Suche

Der Meteorit war am 6. April 2002 über Südbayern niedergegangen und in mehrere Teile zerbrochen. Das dritte und größte gefundene Fragment fiel auf den Tiroler Altenberg. Ende Juni 2003 machte sich der deutsche Physiker auf die Suche nach "Neuschwanstein 3". Er konnte das Einschlaggebiet mit Hilfe von Computersimulationen eingrenzen und fand den rund 2.800 Gramm schweren Gesteinsbrocken. Der Physiker bot den Meteoriten zu einem Preis von 300.000 Euro dem Naturhistorischen Museum zum Kauf an. Der Himmelskörper ist laut Angaben des Museums 4,5 Milliarden Jahre alt und für die Wissenschaft "äußerst wertvoll".

Der Bürgermeister von Reutte beanspruchte den Fund für Reutte und klagte den Finder. Die Klage wurde abgewiesen, da der Meteorit nicht als natürlicher Zuwachs des Grundeigentums von Reutte gewertet werden könne. Dagegen hatte die Gemeinde Reutte Berufung eingelegt. (APA)