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Ein Ausschnitt aus der iranischen Videoversion des Zwischenfalls im Golf.

Foto: AP
Washington - Bei der Konfrontation im Persischen Golf am vergangenen Wochenende haben iranische Schnellboote vermutlich nicht damit gedroht, US-amerikanische Kriegsschiffe in die Luft zu sprengen. Die Zeitung "Washington Post" berichtete am Freitag unter Berufung auf die US-Marine, ein entsprechender Funkspruch habe sich wahrscheinlich noch nicht einmal gegen die amerikanischen Schiffe gerichtet. Dieser sei auf einem Kanal empfangen worden, der von zahlreichen Schiffen in der Region genutzt werde. "Es könnte sich um eine gegen eine andere Nation gerichtete Drohung oder um abertausend andere Dinge gehandelt haben", sagte Frank Thorp, ein Sprecher der US-Marine.

"Niemals behauptet"

Fünf Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) hatten sich nach US-Militärangaben am Sonntag in der Straße von Hormuz drei amerikanischen Marineschiffen bedrohlich genähert. In einem Funkspruch war nach bisheriger Pentagon-Darstellung damit gedroht worden, die Schiffe in die Luft zu sprengen. Die US-Besatzung sei kurz davor gestanden, die Boote unter Beschuss zu nehmen, als sie plötzlich abgedreht hätten. Zudem zitierte die "Washington Post" aus dem Pentagon, das Verteidigungsministerium habe niemals behauptet, die Drohung käme von den Iranern. "Niemand beim Militär hat gesagt, dass die Übertragung von diesen Booten stamme", sagte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell. "Wenn diese verbale Drohung von etwas oder jemand ohne Bezug zu den fünf Booten stamme, würde das die Bedrohung dieser Boote nicht mindern."

Die USA hatten am Donnerstag beim Iran offiziellen Protest gegen den Zwischenfall eingelegt. Das Pentagon hatte am Dienstag ein Video veröffentlicht, das vom Iran als Fälschung bezeichnet wurde. Der Iran veröffentlichte daraufhin ein eigenes Video zu dem Vorfall. (APA/dpa)