Wien - Im Streit um die Gesundheitsfinanzierung hofft die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) nun auf ein Entgegenkommen des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger. Man habe um Stundung einer im Jänner fälligen Zahlung ersucht, sagte WGKK-Direktor Jan Pazourek auf APA-Anfrage. Diese werde voraussichtlich auch gewährt. Im Hauptverband wollte man sich dazu nicht äußern.

Ende November 2007 hatte man in der Kasse noch zu schärferen Worten gegriffen und die Einstellung der Zahlungen an den Hauptverband für die Spitäler angedroht. Im Jänner oder Februar 2008 könnte es soweit sein, hieß es damals. Dies würde zu einem Rechtsstreit führen, für dessen Schlichtung das Gesundheitsministerium zuständig wäre.

Summen unklar

Diese "Alarmglocke" habe Wirkung gezeigt, so Pazourek. Komme es tatsächlich zu der Stundung, sei die Liquiditätskrise vorerst beigelegt und die Zahlungsfähigkeit für 2008 gesichert, weil die Kasse dadurch weitere Mittel aufnehmen könne. Voraussetzung dafür ist, dass die WGKK zumindest an einem Tag im Jahr - normalerweise der 18. Dezember (wegen der Auszahlung des Weihnachtsgeldes in den Firmen, Anm.) - aus dem Minus herauskommt. Um welche Summe es bei der Stundung geht, wollte man bei der Kasse nicht sagen.

Wortkarg gab man sich auch beim Hauptverband. Eine Stundung sei eine mögliche Maßnahme in jenem Konsenspaket, das man Ende Jänner der Politik vorlegen werde, so Sprecher Dieter Holzweber. Die Liquidität der Kasse zu erhalten, sei wichtig, andererseits lebe der Hauptverband hauptsächlich von Verbandsbeiträgen, gab er zu bedenken.

Unterdessen sind die Gespräche zwischen WGKK und Ärztekammer über einen Honorarvertrag wieder angelaufen, allerdings nur auf informeller Ebene, wie es auf beiden Seiten hieß. Ein weiterer offizieller Verhandlungstermin wurde nicht genannt. Die Ärzte hatten im Dezember die Verhandlungen unterbrochen, weil sie keine Deckelung der Honorare akzeptieren wollten. (APA)