Linz/Innsbruck/Wien – Der Tiroler Energieversorger Tiwag, dem nach dem geplatzten Börsengang der Energie AG (EAG) eine acht Prozent-Beteiligung am oberösterreichischen Landesversorger angeboten worden ist, besteht auch auf Anteilen an der Salzburg AG. "Uns ist das im Paket angeboten worden", sagte Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer im Gespräch mit dem STANDARD.

Die EAG hält über eine Zwischengesellschaft 49,9 Prozent an der Salzburg AG. Land und Stadt Salzburg haben zuletzt auf ein Vorkaufsrecht gepocht, sollten die Oberösterreicher Anteile verkaufen. "Ich habe mir den Syndikatsvertrag zwischen Stadt Salzburg, Land Salzburg und der Energie AG angesehen und glaube, dass das Vorkaufsrecht im vorliegenden Fall nicht schlagend wird", sagte Wallnöfer. Ob sich die Tiwag mit dem acht-Prozent-Anteil an der EAG ohne Salzburg-Beteiligung bescheiden würde? Wallnöfer: "Ich will nicht spekulieren und bin zuversichtlich, dass wir das im Paket bekommen."

Kosten durch Rückzug

Die Kaufsumme von rund 330 Mio. Euro würde etwa zur Hälfte aus Eigenmitteln und zur Hälfte kreditfinanziert.

Die Absage des für Anfang Februar geplant gewesenen Börsengangs der EAG hat auch Kosten verursacht. EAG-Generaldirektor Leo Windtner sprach im ORF-Radio Oberösterreich von "gewissen Streuverlusten", verursacht durch eine Werbekampagne im Vorfeld des geplatzten Börsengangs.

Sechs Monate habe sich die EAG jedoch konsequent auf den Börsengang vorbereitet. Dabei seien zahlreiche Projekte entwickelt worden, die dem Unternehmen nun helfen würden, betriebswirtschaftlich noch besser zu werden.

Absage kostet

Zu großen Verlusten sei es durch die Werbekampagne nicht gekommen, sagte Windtner. Mit den Emissionsbanken seien rein erfolgsorientierte Verträge abgeschlossen worden. Diese würden nun total wegfallen, weil sie rechtzeitig abgebrochen worden seien.

SP-Klubobmann Karl Frais sprach hingegen von Kosten in Höhe von 17,9 bis 26,8 Mio. Euro. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12./13.1.2008)