Frankfurt/Main - Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Al-Kaida-Mitglieds haben libanesische Ermittler vor möglichen Anschlägen in Deutschland gewarnt. Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) bestätigte am Samstag den Hinweis. Laut Medienberichten sind Justizbehörden und das Bundesjustizministerium in Berlin im Visier. Die Bundesanwaltschaft leitete demnach ein Ermittlungsverfahren ein. Hintergrund der Drohung sollen Erfolge bei der Terrorismusbekämpfung in Deutschland sein.

Die libanesische Polizei bestätigte, dass der Mann in dieser Woche bei der deutschen Botschaft in Beirut angerufen und die Drohung ausgesprochen habe. Laut einem ranghohen Polizeibeamten wurde der Mann am Donnerstag festgenommen. Er gestand demnach den Anruf sowie Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Eine BKA-Sprecherin sagte, dass es einen Hinweis aus dem Libanon gebe, der an die betroffenen Stellen weitergeleitet worden sei.

"Kofferbomber"

Nach "Spiegel"-Informationen gelten die Festnahme der Gruppe um den deutschen Konvertiten Fritz G. im September 2007 im Sauerland und der Prozess gegen den mutmaßlichen "Kofferbomber" Youssef E.H. als mögliches Motiv. Demnach richten sich Anschlagspläne gegen deutsche Militär- oder Sicherheitsbehörden. Laut "Focus" handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen Syrer. Er habe ausgesagt, ein Deutschtürke, ein Saudiaraber und ein Australier hielten sich in Deutschland auf. Angeblich wollten die Männer einen Anschlag auf das Justizministerium oder andere Justizbehörden verüben, um die Verurteilung von Al-Kaida-Mitgliedern in Deutschland zu rächen. Sprengstoff befinde sich bereits im Land. (APA/AP)