Frankfurt - Ausgaben für Werkschließungen und hohe Rohstoffkosten haben den Südzucker-Konzern im dritten Geschäftsquartal in die roten Zahlen gedrückt. Im Zeitraum von September bis November stand unter dem Strich ein Minus von 36,4 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Damit verfehlte der europäische Marktführer klar die Erwartungen von Analysten, die im Vorfeld durchschnittlich einen Gewinn von vier Mio. Euro erwartet hatten.

Investoren trennten sich in einer ersten Reaktion von ihren Südzuckeraktien und drückten den Kurs vorbörslich knapp drei Prozent ins Minus.

Zuckermarktreform der EU

Hauptgrund für den Verlust ist die Zuckermarktreform der EU, mit der die Überproduktion gedrosselt werden soll. Im Zuge dessen hat Südzucker vier seiner Werke in Deutschland, Belgien und Frankreich geschlossen und muss nun für die Sozialpläne der dortigen Beschäftigten aufkommen. Zudem hatte auch der hohe Preis für Weizen - das Grundprodukt für die Herstellung von Bioethanol bei der Tochter CropEnergies - dem Konzern zu schaffen gemacht. Das operative Ergebnis schrumpfte um knapp die Hälfte auf 55,3 Mio. Euro. Der Umsatz legte dagegen um knapp sieben Prozent auf 1,53 Mrd. Euro zu.

Für das Gesamtjahr geht das Mannheimer Unternehmen nun für 2007/08 von einem höheren Umsatz aus als bisher. Bis Ende Februar sollen die Erlöse auf 5,5 Mrd. Euro steigen, bisher wurden 5,2 bis 5,4 Mrd. Euro erwartet. "Der Umsatz im Zuckerbereich war höher als erwartet", begründete ein Sprecher die höhere Prognose. Das operative Ergebnis erwartet Südzucker aber weiterhin bei 210 Mio. Euro.

Südzucker hält mehr als ein Drittel am österreichischen börsenotierten Agrana-Konzern. (APA/Reuters)