Die ukrainische Putzfrau, auch wenn sie Doktor der Chemie ist, hat neben Familie und Tagesranddienstzeiten nicht auch noch ein Ohr für Lebensberatungsgeier. Sie (Christina Trefny) kommt, wischt, lacht und geht. Eric kann das nicht. Der Abteilungsleiter einer Handelskette (Werner Landsgesell) ist zwischen den vielen Möglichkeiten, die seine Existenz eröffnet, hin und her gerissen, ein Mensch, den sämtliche Kausalzusammenhänge früh in den Zustand des Dauerwiglwagl befördert haben. Und irgendwann sitzen das Ja und das Nein dann persönlich an seiner Bettkante. Autor Steve Jones nennt sie Hero & Zero, und sie machen ihrem Besitzer die Hölle heiß. Zu dritt teilen sie sich das komplizierte Ich. In der den Raum der Drachengassen-Bar vorteilhaft nützenden Regie von Elfriede Schüsseleder in unübersehbarer Dichotomie: Hero (Vanessa Payer-Kumar) reißt als Positivling den Gedankendelinquenten zu Disco-Höhenflügen hin, Zero ruft als Zauderer und Moralapostel zur rechten Zeit unbequeme Kindheitserinnerungen wach. Es bedarf mehrfacher Anläufe zur Gedankenstille, einer Zen-Strophe (oder eines Eagles-Lieds), auch eine Meditations-CD wird eingelegt; in Wahrheit sind es aber immer die Begegnungen mit Menschen, die dem meinungsgestressten Mittelständler weiterhelfen. Wenn das keine Lebensberatung war!? (afze, DER STANDARD - Printausgabe, 15. Jänner 2008)