Wien/Washington - Die Außenminister der fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates sowie Deutschlands wollen einander nächste Woche zu Gesprächen über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran treffen. Nach vorläufigen Planungen soll das Treffen am kommenden Dienstag in Berlin stattfinden, wie Diplomaten, die anonym bleiben wollten, am Dienstag der Nachrichtenagentur AP (Associated Press) in Wien sagten. Das Außenministerium in Berlin wollte sich nicht dazu äußern.

Den Gewährsleuten zufolge will die Sechsergruppe über neue Sanktionen gegen den Iran beraten, um die Regierung in Teheran doch noch dazu zu bringen, das umstrittene Programm zur Urananreicherung zu stoppen und anderen Forderungen des UNO-Sicherheitsrats nachzukommen. Zentrales Thema seien Elemente einer neuen Resolution des Weltsicherheitsrates, hieß es.

Auch die "Financial Times Deutschland" (Mittwoch-Ausgabe) berichtete unter Berufung auf diplomatische Kreise über ein derartiges Treffen. Das US-Außenministerium deutete an, an dem Treffen könnte auch US-Außenministerin Condoleezza Rice teilnehmen, ohne den Termin jedoch zu bestätigen.

Die internationale Gemeinschaft wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel einer zivilen Nutzung der Atomenergie nach Nuklearwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. Besonders China und Russland hatten sich allerdings wiederholt gegen eine neuerliche Sanktionsrunde ausgesprochen und sehen sich von einem Bericht der US-Geheimdienste vom Dezember in dieser Haltung bestätigt. Demnach hat die Regierung in Teheran ihr Atomwaffenprogramm bereits 2003 auf Eis gelegt.

Dagegen wollen vor allem die USA den Druck aufrechterhalten, obwohl die US-Geheimdienste kürzlich zu dem Schluss gelangten, dass die iranische Regierung trotz ihrer Fortsetzung der Urananreicherung kein Atomwaffenprogramm mehr verfolgt. US-Präsident George W. Bush bezeichnete den Iran bei seinem Besuch in Abu Dhabi am Sonntag erneut als eine Bedrohung für den Weltfrieden und rief die Verbündeten auf der ganzen Welt dazu auf, gegen Teheran zusammenzustehen, ehe es zu spät sei. Neben Deutschland, China, Russland und den USA gehören der Sechsergruppe noch Frankreich und Großbritannien an.

Die in Wien ansässige Internationale Atomenergiebehörde (IAEO bzw. IAEO) erklärte am Sonntag nach Gesprächen ihres Generaldirektors Mohamed ElBaradei in Teheran, die Überprüfung des iranischen Atomprogramms seitens der Behörde soll in den kommenden vier Wochen abgeschlossen werden. Bis dahin wolle die iranische Führung alle noch offenen Fragen beantworten. (APA/AP/Reuters)