Umweltschonende Computertechnologie ("Green IT") setzt sich bei Unternehmen immer mehr durch. "Rechenzentren haben heute große Raumprobleme, insbesondere in den Ballungszentren und gleichzeitig wachsen die Energiekosten praktisch ungebremst" so Frank Bunn, Senior Solutions Marketing Manager EMEA bei Symantec.

Green Data Center Report

Der weltweite Green Data Center Report des Software-Anbieters Symantec ergab, dass 85 Prozent der befragten Unternehmen vor allem aus Kostengründen Energieeffizienz für ein wichtiges Thema halten und deshalb dieser Bereich hohe Priorität habe. "Unsere Studie zeigt, dass der Druck zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit und zur Erfüllung von Service Level Agreements die Hauptgründe dafür sind, dass Unternehmen zunehmend grüne Strategien einsetzen. Umweltbewusstsein ist dabei ein positiver Nebeneffekt", legt Bunn dar.

Server-Konsolidierung

51 Prozent der Befragten gaben an, für ihre Strategie zur Steigerung der Energieeffizienz auf Server-Konsolidierung zu setzen, 47 Prozent planen Server-Virtualisierung für diesen Zweck ein. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Unternehmen, die diese Technologien bereits einsetzen, haben nach eigenen Angaben die Energieproblematik bei ihrer Entscheidung berücksichtigt, ergab die Studie.

Hohe Einsparpotenziale

Insbesondere bei Servern existieren hohe Einsparpotenziale. Diese laufen für die permanente Datenverarbeitung Tag und Nacht durchgehend und benötigen neben dem eigentlichen Betrieb auch Strom für die Kühlaggregate. So ergab eine vom US-Chipherstellers AMD in Auftrag gegebene Studie, dass sich weltweit der Energieverbrauch für Server und deren Infrastruktur zwischen dem Jahr 2000 und 2005 verdoppelt habe. Im Jahr 2005 wurden insgesamt 123 Milliarden Kilowattstunden verbraucht, ein Viertel davon in Europa. Der Gesamtbedarf in Österreich liegt bei etwa 60 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr.

Geringe Auslastung

Laut Rolf Kersten, Produktmanager bei Sun Microsystem Deutschland, sind die Server weltweit nur zu 15 Prozent ausgelastet. Ein Lösungsansatz sei Virtualisierung, um die Kosten zu senken. Dabei laufen auf einem Server gleichzeitig mehrere virtuelle Server und die Nutzer greifen parallel und unabhängig voneinander auf den gleichen Server zu. So lasse sich, nach Meinung von Thomas Tauer von IBM Global Technology Services, "der Energieverbrauch in Rechenzentren durch Virtualisierung um etwa 50 Prozent senken".

"Green IT"

Das Engagement der IT-Branche bezüglich "Green IT" ist sehr vielfältig. So unterstützt der US-Computerhersteller Dell laut eigenen Angaben als erste IT-Firma das Carbon Disclosure Project einer Nonprofitorganisation. Diese erarbeite ein standardisiertes Verfahren für die Messung der CO2-Emissionen im Herstellungsprozess. Der Suchmaschinenbetreiber Google geht mit Googleplex noch einen Schritt weiter. Seite Mitte vorigen Jahres liefert das hauseigene Solarkraftwerk 30 Prozent des eigenen Strombedarfs.

Drei Gramm CO2

Insgesamt, so die Berechnungen des Marktforschungsinstituts Gartner, mache die IT-Branche rund zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses aus, in etwa so viel wie der weltweite Flugverkehr. Für genauere Messungen der eigenen Webseite haben nun zwei Studenten aus den USA einen CO2-Zähler entwickelt, welcher sich jeder Webseiten-Betreiber installieren kann. Der Zähler misst, wie viel CO2 der Datenverkehr der Webseite indirekt produziert. Als Basis für die Berechnung wird angenommen, dass ein Drei-Minuten-Besuch auf einer Webseite ungefähr drei Gramm CO2 produziert. (APA)