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Die unbekannte Seite des Merkur - rechts oben das große Caloris-Becken, dessen westlicher Abschnitt nun erstmals fotografiert werden konnte.

Foto: APA/EPA/NASA / Johns Hopkins University
Berlin - Die NASA veröffentlichte ein Bild der Sonde "Messenger", das die bisher unbekannte Seite des Merkur zeigt - wenig überraschend präsentieren sich auch diese erstmals fotografierten Regionen als kraterübersäte Landschaften. "Was auf dem Bild zu sehen ist, entspricht den Erwartungen", fasste der Planetologe Tilman Spohn die Ergebnisse zusammen. "Allerdings darf man gespannt sein, was die noch nicht veröffentlichten hochaufgelösten Bilder der Sonde zeigen", fügte der Leiter des Instituts für Planetenforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hinzu.

"Messenger" hatte Merkur am Montagabend mitteleuropäischer Zeit in einer Höhe von nur knapp 200 Kilometern überflogen. Das nun von der NASA veröffentlichte Bild nahm die Sonde aus einer Entfernung von rund 27.000 Kilometern auf - 80 Minuten nach ihrer maximalen Annäherung an den Planeten. Das Foto zeigt Oberflächendetails bis zu einer Größe von zehn Kilometern.

Einschlagsbecken

Unter anderem ist oben rechts auf dem Bild das sogenannte Caloris-Becken erstmals komplett zu sehen: Das riesige Becken, das laut NASA durch den Einschlag eines großen Asteroiden oder Kometen auf dem Merkur entstand, erscheint heller als seine Umgebung und könnte daher aus einem anderen Material bestehen. In seinem Inneren sind mehrere Krater mit einen ungewöhnlichen dunklen Rand auszumachen. Die Caloris-Region gilt der NASA zufolge als eines der größten und vielleicht auch jüngsten Einschlagsbecken im Sonnensystem.

Die bis dato einzigen Aufnahmen des Merkur hatte vor mehr als 30 Jahren die NASA-Sonde "Mariner 10" zur Erde gefunkt. Bei insgesamt drei Vorbeiflügen an Merkur 1974 und 1975 fotografierte "Mariner" allerdings immer dieselbe Seite des kleinsten Planeten unseres Sonnensystems. Auch auf diesen Bildern zeigte sich der Planet als von vielen Kratern übersäht. Von der "Messenger"-Mission erwarten die Experten nun wertvolle Erkenntnisse über den noch weitgehend unerforschten Planeten und seine bislang unbekannte Hemisphäre: Die Instrumente an Bord der Sonde sollen die Merkur-Oberfläche chemisch und geologisch untersuchen sowie seine dünne Atmosphäre erforschen.

Der Fahrplan

"Messenger" hatte seine Reise zum Merkur im August 2004 von Cape Canaveral aus im US-Bundesstaat Florida angetreten. Für Oktober dieses Jahres und September 2009 sind zwei weitere Vorbeiflüge an Merkur geplant, ehe die Sonde dann im März 2011 in eine Umlaufbahn um Merkur einschwenken soll. (APA/red)