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Grafik: APA
Wien – Die Billig-Airlines trugen auch im Vorjahr wesentlich zum Wachstum des Wiener Flughafens bei. Von den insgesamt 18,8 Millionen Passagieren, die abgefertigt wurden, waren 3,5 Mio. von Low Cost Carriern; um 57 Prozent mehr als im Jahr davor. Heuer erwartet der Flughafen 20 Mio. Passagiere. Aushängeschild des Flughafens ist seit März 2007 SkyEurope, die der AUA nicht nur nach Osteuropa sondern auch nach Innsbruck Konkurrenz macht. Der Fortbestand der slowakischen Airline, die in Wien sechs Flieger stationiert hat, sei allerdings eine „Zitterpartie“, meinen Airliner. Der Konzernverlust ging im Geschäftsjahr 2006/07 (per Ende September) von 57,3 auf 24,1 Mio. Euro zurück, das Betriebsergebnis war im vierten Quartal mit 14,3 Mio. Euro erstmals positiv. Doch das Eigenkapital sank von plus 16,4 auf minus 2,74 Mio. Euro. Und die liquiden Mittel gingen um 72 Prozent auf 11,6 Mio. Euro zurück. Der Hauptaktionär, der US-Fonds York, musste im Dezember 15 Mio. Euro zuschießen. Als ein Zeichen für den Liquiditätsengpass wird von Experten auch gewertet, dass bereits jetzt Tickets für die Sommermonate beworben werden.

Niki mit starkem Partner

Wesentlich besser ist die Situation von Niki Laudas Airline Niki, die mit Air Berlin (macht für Niki Vertrieb und Netzwerkplanung) einen starken Partner hat. 2007 wurde zum vierten Mal in Folge ein Gewinn erzielt. Bei einem Umsatz von 186 Mio. Euro konnte ein operatives Ergebnis von über einer Million eingeflogen und der Gewinn verdoppelt werden. Heuer soll der Umsatz auf 220 Mio. Euro steigen, angepeilt wird ein Ergebnis von 2,1 Mio. Euro. Der größte Teil des Wachstums entfiel auf Städteflüge von Business- und Freizeitkunden. 2007 wurde das Streckennetz um Moskau (täglich) und München (zwei Mal täglich) auf nunmehr neun Ziele erweitert, dazu kamen mehr Frequenzen von Wien nach Paris (nunmehr zwei Mal täglich) und Rom (täglich).

Zusätzliche Flieger

Niki hat Optionen für zehn neue Flugzeuge in Fixbestellungen umgewandelt. Derzeit besteht die Flotte aus acht Flugzeugen, die neunte Maschine kommt im Mai. Zusammen mit Air Berlin, die 24 Prozent an Niki hält, ist Niki heute bereits die Nummer eins im Deutschlandverkehr. Gemeinsam werden neun Ziele in Deutschland angeboten – Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg, Münster, München und Frankfurt. Unter der Expansion der Billig-Airlines leidet die AUA eigentlich gar nicht so sehr, heißt es: Es geht zwar der Ertrag zurück, das Passagier-Wachstum sei aber ungebrochen. Eine AUA-Sprecherin sagte: "Wir leben seit Jahren mit den Billig-Airlines und haben diese bei 40 Destinationen in Europa zur Konkurrenz." Die AUA konzentriere sich jedenfalls auf den hochwertigen Geschäftsverkehr. Für den Wiener Tourismus sind die Billig-Airlines jedoch von großer Bedeutung, so Norbert Kettner, Chef des Touristenverbandes. Die von Billig-Fluglinien beworbene Zielgruppe gebe nämlich überdurchschnittlich viel Geld bei ihren Aufenthalten aus. Der Wiener Flughafen zieht immer mehr Billig-Airlines an. Für die Fluggesellschaften selbst ist das nicht immer ein Geschäft – SkyEurope, seit März 2007 in Wien stationiert, weist ein negatives Eigenkapital auf. "Niki" ist mit Air Berlin zweitgrößter Kunde des Flughafens. (Claudia Ruff, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 18.1.2008)