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Ein gefrusteter Melzer.

Foto: APA/EPA/Alquinto
Melbourne - Jürgen Melzer ist am Donnerstag in der zweiten Runde der mit 12,45 Mio. Euro dotierten Australian Open in Melbourne ausgeschieden. Der 26-jährige Niederösterreicher musste sich nach 1:58 Stunden dem 19-jährigen kroatischen Talent, Marin Cilic, glatt mit 4:6,3:6,4:6 geschlagen geben.

Für Melzer war das Aus bitter, ändern hätte er aber an diesem Tag nicht viel können. "Klar ist die Enttäuschung groß. Ich habe mir sicher mehr erwartet, als in drei Sätzen zu verlieren. Aber ich wüsste nicht, was ich anders machen sollte. Er hat sehr wenig Fehler gemacht und sehr gut serviert", sagte der ÖTV-Davis-Cupper. Die wenigen Mittel, die er hätte einsetzen können, wie viele Variationen seien aufgrund der starken Windböen nicht möglich gewesen. "Mir hat einfach das Rezept gefehlt."

Der Weltranglisten-57. aus Zagreb, mit 1,96 m der nächste Aufschlag-Riese aus Kroatien, spielte die Bälle sehr flach und machte auch von der Grundlinie weniger Fehler als erwartet. "Wenn man so einen Aufschlag wie der hat, hat man so einen Vorteil, egal ob mit Wind oder Gegenwind." Die wenigen Chancen, die Melzer hatte, konnte er nicht nützen. "Wenn man schon drei Sätze keinen Rhythmus hat, dann lauft alles nicht so selbstverständlich." Melzer hat die ganze Zeit gewartet, dass Cilic irgendwann locker lässt, doch das ist nicht passiert.

Meusburger chancenlos

Auch Yvonne Meusburger ist ausgeschieden. Die 24-jährige Vorarlbergerin musste sich der aufstrebenden Russin Jekaterina Makarowa nach nur 69 Minuten mit 3:6,1:6 geschlagen geben und schaffte damit nicht wie erhofft ihre erste Drittrunden-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier.

"Es war sicherlich eine machbare Gegnerin, aber im ersten Satz war ich viel zu wenig wachsam. Ich habe mich zu schlecht bewegt, die Beine waren zu schwer", meinte Yvonne Meusburger nach dem Aus. Im ersten Satz hätte es durchaus 4:2 anstatt 2:4 stehen können, denn im fünften Game hatte sie zwei Breakbälle gegen die junge Russin, die vor allem mit einer krachenden Rückhand beeindruckte. "Sie war am Anfang fehleranfällig, und ich habe zwei Games mit 40:15 vergeben."

Meusburger war doch sehr enttäuscht, auch weil sie im ersten Match viel druckvoller und bissiger agiert habe als am Donnerstag. Und auch ein taktischer Fehler war sichtbar, denn die Schwarzacherin spielte ihrer Gegnerin viel zu oft auf die wesentlich stärkere Rückhand. "Allerdings - ich habe die Gegnerin gut gemacht", ärgerte sie sich.

Dennoch resümierte sie nicht unzufrieden, immerhin hat sie erstmals hier eine Runde gewonnen und im Ranking (derzeit noch 70.) weiter Boden gutgemacht. "Die Reise hat sich auf alle Fälle gelohnt." Ihr Ziel für heuer: "Auf alle Fälle die Top 50, aber ich mach mir keinen Druck. Wenn ich gesund bleibe, dann habe ich alle Chancen."

Knowle/Aspelin gescheitert

Für den zuletzt mit gesundheitlichen Problemen kämpfenden Julian Knowle sind die Australian Open ebenfalls zu Ende. An der Seite seines schwedischen Partners Simon Aspelin, mit dem er im Vorjahr auch die US Open gewonnen sowie das Masters-Cup-Finale erreicht hatte, hat der Vorarlberger am Donnerstag gleich zum Auftakt des Doppelbewerbs verloren. Die als Nummer 3 gesetzten Aspelin/Knowle mussten sich Robert Lindstedt/Jarkko Nieminen (SWE/FIN) mit 4:6,6:4,2:6 geschlagen geben.

"Im Moment ist die Enttäuschung riesig. Ich bin nicht nach Australien gekommen, damit ich die erste Runde verliere. Wenn man herkommt und das letzte Grand Slam gewonnen hat und den Weg auf sich nimmt, will man mehr. Wir hatten uns sicher Großes vorgenommen", meinte Knowle im APA-Gespräch. Der 33-jährige Vorarlberger wollte seine gesundheitlichen Probleme mit dem linken Ohr nach dem Gehörsturz sowie dem linken Golfer-Ellbogen aber nicht als Ausrede gelten lassen.

Aspelin/Knowle hätten es durchaus in der Hand gehabt, hier zumindest einmal die erste Hürde zu überstehen. Nach einem starken Start der Gegner entschied zwar ein Break zu Ungunsten der Favoriten. Als Aspelin/Knowle bei 4:4 und Aufschlag Aspelin insgesamt vier Breakbälle abwehrten, schien die Wende gekommen. "Ab dem 5:4 habe ich das Gefühl gehabt, dass wir das bessere Team sind und sich das Momentum auch gedreht hat. Wir haben dann aber einen taktischen Fehler gemacht, und das geht auf meine Kappe."

Zu Beginn des dritten Satzes wechselte Knowle die Aufschlagseite, um den besseren Aufschläger Aspelin in der Entscheidung beginnen zu lassen. "Ich habe dann die Sonne als Linkshänder von der anderen Seite voll im Gesicht gehabt und das war einfach fürchterlich. Das hat uns das Match gekostet." Zwar habe das Duo noch drei Breakbälle zum 2:0 gehabt, aber dann musste Knowle im dritten Game sein Service mit zwei Doppelfehlern und zwei Volleyfehlern quasi im Alleingang zu Null abgeben. "Da habe ich gar nichts gesehen und das Match hat sich wieder zurückgedreht."(APA)