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Foto: APA/dpa/Waltraud Grubitzsch
Schlechtes Management von Veränderungsprozessen kostet Unternehmen Produktivität sowie Mitarbeiter. Wird die Restrukturierung oder Wachstumsinitiative unzulänglich begleitet, sinkt die Produktivität der betroffenen Mitarbeiter um 23 Prozent, während die Zahl der Kündigungen um zehn Prozentpunkte ansteigt. Dies zeigt die aktuelle Studie "Change-Management: Business-Transformation - Veränderungen erfolgreich gestalten" der Strategieberatung Capgemini Consulting.

Wichtige Managementaufgabe

Bereits zum dritten Mal wurden 122 Führungskräfte von Großunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Bedeutung und den wesentlichen Faktoren für erfolgreiches Change-Management befragt. Wie schon in den beiden vorangegangenen Studien 2003 und 2005 zeigt auch die aktuelle Untersuchung, dass Change-Management zu einer der wichtigsten Managementaufgaben gezählt wird.

Zu viel ist hinderlich

Dennoch existieren Probleme vor allem hinsichtlich strategischer Unklarheiten. So gaben knapp die Hälfte der Befragten an, dass zu viele Aktivitäten ohne genaue Priorisierung die erfolgreiche Umsetzung von Veränderungsprozessen am stärksten behindern. Weitere Schwierigkeiten bei der Implemetierung liegen laut dieser Untersuchung bei Zielkonflikten der Beteiligten sowie mangelnder Unterstützung des Linienmanagements.

"Unternehmen befinden sich heute aus vielen Gründen in Phasen einer Business Transformation. Wenn nun durch schlechtes Change-Management fast jeder vierte betroffene Mitarbeiter zu einem Totalausfall wird, hat dies vielfältige Auswirkungen, insbesondere mit Blick auf die Zeit und die Kosten", so Martin Claßen, Vice President bei Capgemini Consulting.

Kommunikation wichtig

Kommunikationsfähigkeit stehe über allen anderen Anforderungen an einen "idealen" Change-Manager. Ohne der Fähigkeit, sich konstruktiv zu verständigen, kann laut Studie ein Veränderungsprozess nicht erfolgreich umgesetzt werden. Weitere wichtige Eigenschaften sind Motivationsfähigkeit und klare Zielorientierung. (siehe Grafik).

Auf die Frage, ob diese grundlegenden Verhaltensparameter erlernbar sind, gaben über 60 Prozent der Befragten an, dass wesentliche Persönlichkeitsmerkmale bereits verankert sein müssen. In fast zwei Dritteln der Unternehmen ist Change-Management fixer Bestandteil in internen Fortbildungsprogrammen.

Verschiebungsprozess

Insgesamt hat sich zwischen der ersten Studie zur aktuellen eine Verschiebung von der kostenfokussierten Selbstbeschäftigung hin zu marktorientierten Transformationsprogrammen ergeben. Die Gewichtung zwischen inhaltlicher und prozessualer Ebene liegt den Ergebnissen der Studie nach klar bei der Prozess-Dimension. Gründe für Veränderungsprozesse innerhalb der Unternehmen sind laut Studie in den nächsten Jahren hauptsächlich auf Restrukturierungen und Reorganisation zurückzuführen, gefolgt von Wachstumsinitiativen sowie veränderten Unternehmensstrategien.

Auch bei der zeitlichen Einbindung bringt die Capgemini Consulting Studie Positives an den Tag. Immerhin drei Viertel der begleitenden Change-Aktivitäten starten mehr oder weniger rechtzeitig zu Projektbeginn. In lediglich jedem zwanzigsten Unternehmen ertönt der Ruf nach Hilfe durch Change-Management erst, wenn der Karren sprichwörtlich im Dreck steckt. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, Printausgabe, 12./13.1.2008)