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UniCredit weist jegliche Übernahmegerüchte zurück.

Foto: AP/Luca Bruno
Rom - Die BA-CA-Mutter UniCredit überprüft die Übernahme eines Anteils an der Investmentbank Merrill Lynch. Dies berichtete die italienische Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" in ihrer Freitag-Ausgabe. "Niedrige Börsenkapitalisierung und der schwache Dollar bewegen (UniCredit-Boss, Anm.) Alessandro Profumo zur Überprüfung eines Schrittes, der ihm den definitiven Sprung zum globalen Bankier ermöglichen würde. Eine Operation, die zu anderen Zeiten undenkbar gewesen wäre, könnte im heutigen Kontext absolut durchführbar werden", schrieb "Sole 24 Ore".

Dementi

UniCredit wies am Freitag den Sole-Bericht aber "kategorisch" zurück. Der Bericht habe keinerlei Begründung, sagte ein UniCredit-Sprecher.

Die Börsenkapitalisierung der US-Investmentbank betrage derzeit nur 29 Mrd. Euro, schreibt die Zeitung. Die Subprime-Krise habe den Börsenwert Merrill Lynchs stark gedrückt und der schwache Dollar sei ein weiterer Faktor, der eine Akquisition ermöglichen würde. Die US-Finanzelite, die wegen der Krise ihrer Banken reichen ausländischen Investoren, unter ihnen Araber und Asiaten, die Tore geöffnet habe, habe nichts gegen den Einstieg einer italienischen Bank mit internationalem Ruf.

Fehlspekulationen mit Ramsch-Hypotheken hatten Merrill Lynch den höchsten Quartalsverlust in der Firmengeschichte eingebrockt. Der weltgrößte Wertpapierhändler verbuchte ein Minus von knapp zehn Mrd. Dollar (6,81 Mrd. Euro) für das Schlussquartal 2007. Um die dünner werdende Kapitaldecke zu stärken, sicherte sich Merrill Lynch bereits kräftige Finanzspritzen ausländischer und heimischer Investoren. (APA)