Die Region Venetien will von der Regierung Prodi Schadenersatz wegen der Müllkrise in Neapel verlangen. Die Notstandslage in der Stadt, mit der sich internationale Medien seit über einem Monat beschäftigen, habe dem Image der norditalienischen Region zutiefst geschadet.

"Für uns sind die Imageschäden enorm. Dank des Tourismus erwirtschaftet unsere Region einen Umsatz von zwölf Millionen Euro pro Jahr. 60 Prozent dieser Summe verdanken wir ausländischen Touristen. Fünf Prozent unserer Gäste sind Österreicher, 20 Prozent sind Deutsche, die von den Berichten über die Müllkrise in Neapel stark beeindruckt sind", berichtete der Vizepräsident der Region Venetien, Luca Zaia.

"Es ist skandalös, dass das Ansehen Italiens in der Welt von dem Müll Neapels geprägt ist. Die Ausländer, die gern in unserem Land urlauben möchten, sind durch die Berichte über die Situation besorgt. Die Regierung sollte eingreifen und Geld für eine Werbekampagne starten, um den schweren Imageschäden entgegen zu wirken", so Zaia.

Imagetour

Der Regionalpolitiker plant eine Tour durch Österreich und Deutschland, um klar zu machen, dass Venetien von der Müllkrise nicht belastet ist. "Ich werde an internationalen Tourismus-Messen teilnehmen, um klar zu machen, dass Venetien nicht Neapel ist. Bei uns herrscht Sauberkeit, der Müll wird getrennt und auf effiziente Weise entsorgt", sagte Zaia.

Der Tourismusverband der Region Venetien, Confturismo Veneto, hat diese Woche eine PR-Kampagne in Österreich und Deutschland mit dem Ziel angekündigt, das negative Image Italiens wegen der mehrwöchigen Müllkrise in der Vesuvstadt zu bekämpfen. Die Touristiker wollen vermeiden, dass österreichische und deutsche Urlauber in andere Länder ausweichen. (APA)