Ein Untersuchungsrichter in Niamey, der Hauptstadt der westafrikanischen Republik Niger, hat angeordnet, die seit dem 21. Dezember inhaftierten französischen Journalisten des deutsch-französischen TV-Senders "arte" Pierre Creisson und Thomas Dandois gegen Kaution zu entlassen. Ihnen wird vorgeworfen, gegen die Akkreditierungsbestimmungen verstoßen zu haben. Unter dem Vorwand von Recherchen zur Geflügelpest waren sie im Dezember in den Norden des Landes gefahren, um Tuareg-Rebellenführer der "Nigerischen Bewegung für Gerechtigkeit" (MNJ) zu filmen. Wegen "Gefährdung der staatlichen Sicherheit" drohte ihnen die Todesstrafe. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte den Reportern "Leichtsinn" vorgeworfen und erklärt: "Man darf nicht das Gesetz brechen, weil man Journalist ist." Gewisse Journalisten gingen Risiken ein, "die nichts mit dem Ideal ihres Berufs zu tun haben". Die Kaution beläuft sich nach Angaben der Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF) auf umgerechnet rund 15.000 Euro. "Wenn die Kaution bezahlt ist, werden sie befreit und werden nach Hause reisen können", sagte eine Richterin, die anonym bleiben wollte. Der Anwalt der Journalisten, William Bourdon, sagte, das Geld sei umgehend überwiesen worden. Das Verfahren gegen die beiden Journalisten im Niger laufe aber weiter, so Bourdon. (APA/AFP/Reuters)