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Francisco Franco träumte von der Supermacht Spanien

Foto: AP Photo/Daniel Ochoa de Olza
Madrid - Der spanische Diktator Francisco Franco (1939-1975) soll in den 70er Jahren Pläne zum Bau einer Atombombe verfolgt haben - dies geht nach Informationen der Madrider Zeitung "El País" aus nun freigegebenen Dokumenten des US-Geheimdienstes CIA hervor. In dem Dossier aus dem Jahre 1974 heißt es demnach, das Regime habe ein ehrgeiziges Programm zur Entwicklung von Atomwaffen vorangetrieben, über Uranreserven verfügt und bereits eine Pilotanlage zur Urananreicherung besessen. Einen Beitritt Spaniens zum Atomwaffensperrvertrag hatte Franco stets abgelehnt.

Absicht des Diktators sei es gewesen, Spanien mit der Entwicklung der Atombombe in eine Großmacht zu verwandeln und mit Frankreich und Großbritannien gleichzuziehen, sagte der frühere Präsident der spanischen Atomsicherheitsbehörde, Donato Fuejo, der Zeitung. Franco sei in seinem Größenwahn von der Idee geradezu besessen gewesen.

Nach Fuejos Worten hatte Spanien damals jedoch weder die finanziellen noch die technologischen Möglichkeiten, ein solches Programm umzusetzen. Als Testgebiet hatte das Regime die spanische Westsahara vorgesehen, die kurz nach dem Ende der Franco-Ära von Marokko besetzt wurde, schrieb "El País". Mit dem Ende der Diktatur waren alle Pläne vom Tisch. (APA/Reuters/red)