Berlin - Die in Kenia festgenommenen Deutschen Andrej Hermlin und Uwe Hauth sind wieder frei. Auch die Niederländerin Fleur Van Dissel sei am Samstag aus der Haft entlassen worden, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Die deutsche Botschaft in Nairobi habe sich für die Festgenommenen eingesetzt. Hermlin wird nach den Angaben seiner Frau Joyce bereits am Sonntag wieder zurück nach Deutschland kommen. "Er hat mich aus Kenia angerufen. Es geht ihm gut", sagte sie. Er habe nicht erklärt, warum er freigelassen wurde.

Terrorismus-Verdacht

Hermlin und Hauth waren in der Nacht zu Freitag unter Terrorismus-Verdacht festgenommen worden. Bei ihnen seien Fotos von "wichtigen Einrichtungen" des Landes gefunden worden und sie hätten sich verdächtig verhalten, erklärte Kenias Polizei am Freitag. Die Festgenommenen seien als Journalisten eingereist. Die Zeitschrift "Super Illu" erklärte, der 42-jährige Hermlin - Sohn des verstorbenen Schriftstellers Stephan Hermlin und bekannter Swing-Musiker in Berlin - habe für das Blatt an einer Reportage über die Zustände in Kenia gearbeitet.

Hermlin hatte Anfang Jänner Präsident Mwai Kibaki Wahlfälschungen vorgeworfen. Nach eigenen Worten kennt er den kenianischen Oppositionsführer Raila Odinga persönlich. Der Berliner Musiker ist mit einer Kenianerin verheiratet.

Journalistische Akkreditierung

In diplomatischen Kreisen hieß es, Hermlin und der Fotograf Hauth hätten in Kenia an einer Geschichte gearbeitet und eine Art journalistische Akkreditierung besessen. Ein Sprecher der kenianischen Oppositionsbewegung ODM sagte, die Niederländerin van Dissel habe an einer Dokumentation über Odinga gearbeitet.

In dem ostafrikanischen Land kam es nach der Wahl am 27. Dezember zu Unruhen, bei denen mehr als 600 Menschen ums Leben kamen. Trotz Manipulationsvorwürfen ließ sich Kibaki kurz nach Bekanntgabe des offiziellen Auszählungsergebnisses für eine zweite Amtszeit vereidigen. (APA/Reuters)