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Steve Jobs kündigt den neuen Filmverleih über Apple TV an. HD-Downloads inklusive...

EPA/JOHN G. MABANGLO
Schafft man sich heute einen neuen Flachbildfernseher an, will man neben dem großen Bild vor allem die neuen viel umworbenen hohen Auflösungen von 720p oder gar 1080p genießen. Das Problem daran: Bislang hält sich die Auswahl passender HD-Inhalte von Fernsehanstalten über Kabel oder Satellit und Medienkonzernen via Blu-ray oder HD-DVD noch in Grenzen. Die Nachfolgeformate der DVD sind zudem immer noch recht teuer. Über Kabel und Satellit werden die Inhalte wiederum "nur" in 1080i (interlaced) dargestellt. Das von den Sendeanstalten präferierte Zeilensprungverfahren spart zwar Bandbreite, führt aber zu einem Flimmereffekt.

Abhilfe mit Augenzwinkern

Die Lösung aller Probleme wollen künftig gleich mehrere Unternehmen über den Online-Distributionsweg bringen. Über Systeme wie Apple TV oder den Download-Store der Xbox 360 werden in Zukunft Filme und Serien ebenfalls in "High Definition-Qualität" angeboten werden.

Doch wie Tech-Blogger George Ou der Branchenseite ZDNet schreibt, sind diese HD-Downloads der reinste Schwindel, denn ihre Qualität reicht bei weiten nicht an jene optischer Speichermedien heran.

Komprimierung

Um Filme in hohen Auflösungen anbieten zu können, müssen Online-Distributoren einen Kompromiss eingehen: Die Datenkomprimierung. Die Bilder werden stärker gepackt, als bei handelsüblichen optischen Medien, um die Datenkanäle nicht zu sprengen und die Wartezeiten zu verringern. Verfügt eine Blu-ray über eine maximale Datenübertragungrate von 40 mbps, sind es bei Xbox 360-HD-Downloads lediglich 7 mbps, bei HD-Streamings nicht einmal 1,5 mbps.

Neue Verfahren

Eine starke Komprimierung führt für gewöhnlich zur Bildung von Artefakten (vor allem in dunklen Bereichen) und einer fehlerhaften Darstellung von Farbverläufen. So können Downloads zwar die volle Pixelbreite moderner Full-HD-Fernseher nutzen, die Bildqualität insgesamt ist jedoch schlechter.

Auf der anderen Seite sei zu betonen, dass die Komprimierungsvefahren von HD-Downloads (H.264 und VC-1) effizienter sind, als jene gewöhnlicher DVDs (MPEG-2). Im Vergleich zu Blu-rays, die ebenfalls diese neuen Komprimierungsverfahren unterstützen, bedeutet das allerdings dennoch einen signifikanten Verlust von Bildinformationen. Etwa verlieren dargestellte Farben an Sättigung.

Falsche Bezeichnung

George Ou fordert daher, dass derartige HD-Downloads die Bezeichnung HD ablegen, da sie die Konsumenten in diesem Fall schlicht in die Irre führe. (zw)