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Dieter Kosslick

Foto: AP Photo/Markus Schreiber
Berlin - "Die Berlinale wird dieses Jahr rocken," verheißt Festival-Direktor Dieter Kosslick. Das habe natürlich mit Martin Scorseses Eröffnungsfilm "Shine a Light" über die Rolling Stones zu tun. Dazu werden am 7. Februar auch Mick Jagger und Keith Richards erwartet. Angekündigt habe sich auch Madonna, die ihr Regie-Debüt "Filth and Wisdom" präsentieren will. Darüber hinaus wollten Patti Smith und HipHop-Stars aus Afrika und Asien kommen, sagte Kosslick.

Star-Rummel in spe

Aber selbstverständlich kämen auch Stars aus der Filmszene: "Wir gehen davon aus, dass Daniel Day-Lewis und Penelope Cruz kommen, ebenso Ben Kingsley", sagte Kosslick. Erwartet würden auch Bollywood-Star Shah Rukh Khan sowie Natalie Portman, Tilda Swindon und Eric Bana. Erstmals zur Berlinale habe sich Scarlett Johansson angekündigt. "Wir werden jedenfalls genug Stars für das Festival haben, aber neben dem Starrummel am roten Teppich werden auch die Filme zu ihrem Recht kommen", betonte Kosslick.

Absagen wegen des Streiks der Drehbuchautoren in Hollywood befürchtet Kosslick nicht. "Im Moment haben wir noch keine Auswirkungen bemerkt. Von den Leuten, von denen wir Filme programmiert haben, haben wir die Zusagen", sagte er. Eine Absage der Oscar-Gala am 24. Februar könnte auch auf die Berlinale Auswirkungen haben, "aber bisher deutet sich nichts in diese Richtung an". Insgesamt hält Kosslick den Streik jedenfalls für vertretbar: "In Zeiten, in denen das einzige Recht, das man als Kreativer hat, das Copyright ist, ist es verständlich, wenn alle Beteiligten versuchen, an den zusätzlichen Einnahmequellen zu partizipieren."

Schwerpunkt Kinder und Jugendliche

Dass angesichts der Debatte über Jugendkriminalität Filme über Kinder ein Schwerpunkt der Berlinale sind, freut Kosslick besonders. "Die Filme über Kinder und Jugendliche, die wir haben, können einen Beitrag zur aktuellen Debatte leisten", sagte er. Es würden viele Schicksale von Kindern gezeigt, die einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort geboren wurden. Gezeigt würden Filme über Kinderpornografie oder Kindersoldaten, "über Vierjährige in Asien, die irgendwelche giftigen Schuhsohlen ankleben, damit man dann hier Schnäppchen kaufen kann".

Insgesamt starten in diesem Jahr 26 Filme im Wettbewerb, darunter 18 Weltpremieren. Die Berlinale 2008 endet am 17. Februar mit einem Publikumstag. (APA/AP)