Der derzeitige Börse-Crash sei "an und für sich gut für Immobilien", erklärte Andreas Ridder, Geschäftsführer des österreichischen Ablegers des internationalen Immobilien-Beratungsunternehmens CB Richard Ellis (CBRE). Die Anleger würden wieder mehr auf sichere Werte setzen, auch wenn bisher "die Finanz- und Immobilienkrise der USA noch nicht zu uns übergeschwappt ist".

Neuer Investment-Rekord erwartet

So dürfte der österreichische Investmentmarkt heuer den Vorjahres-Rekordwert von 2,8 Mrd. Euro wieder übertreffen, sagte Ridder am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Wien. Alleine die beiden Transaktionen "SCS-Verkauf" (wird im 1. Halbjahr "geclosed", Anm.) und "Bawag-2" dürften eine Milliarde erreichen, der CBRE-Geschäftsführer erwartet für heuer außerdem Portfolio-Verkäufe österreichischer Großbanken in Höhe von rund 500 Millionen Euro. Der gesamteuropäische Immo-Investmentmarkt erreichte 2007 mit 236 Mrd. Euro ebenfalls einen neuen Rekordwert.

"Die deutschen Investoren kommen zurück", so Ridder weiter, Grund dafür seien die wieder erstarkten Zuflüsse in die deutschen Fonds. Die Hälfte der Investoren stammt aber aus Österreich, die internationalen Investoren dürften heuer etwas weniger aktiv sein als in den vergangenen Jahren.

Am Wiener Büromarkt wird für heuer ein Nachfrage-Rückgang erwartet, laut Ridder hat dies indirekt mit der internationalen Finanzkrise und der abwartenden Haltung der Unternehmen zu tun – nach wie vor ist nämlich der Flächentausch hauptverantwortlich für die starke Nachfrage in Wien. Besonders gerne zieht derzeit auch der öffentliche Bereich um, im Vorjahr ging ein Drittel der neu vermieteten Büroflächen an diesen Sektor. Für den Großteil davon zeichnete allerdings das Finanzministerium allein verantwortlich, das insgesamt 34.000 Quadratmeter im dritten Bezirk anmietete.

Flächenangebot geht zurück

Das Gesamtangebot an Büroflächen in Wien dürfte heuer mit 260.000m² etwas niedriger sein als im Vorjahr (280.000m²), CBRE-Expertin Constanze Daburon erwartet daher einen Rückgang der Leerstandsrate auf fünf Prozent bis Jahresende. Insgesamt gibt es in Wien derzeit einen Büroflächenbestand von 980.000 Quadratmetern.

Bedingt durch das knappere Angebot dürften auch die Spitzenmieten auf 24 Euro ansteigen; im 4. Quartal 2007 lagen diese noch bei 22 Euro pro Quadratmeter. "Die Mieten in Wien sind im Vergleich zu anderen europäischen Städten aber nach wie vor als sehr stabil zu bezeichnen", so Ridder.

Besonders beliebt ist nach wie vor der erste Bezirk, gefolgt von der Donau City sowie dem Standort Wienerberg. (map, derStandard.at, 22.1.2008)