Wien – Die Novelle zum Bauträgervertragsgesetz passierte am Mittwoch den Ministerrat. Neu ist ein Ratenplan, der sicherstellt, dass den Immobilienkäufern aus einem Baustopp oder dem Weiterbau durch eine andere Firma möglichst geringe Nachteile entstehen. Solche Nachteile müssen entweder durch eine zusätzliche Garantie oder durch einen kundenfreundlichen Ratenplan abgedeckt werden. In diesem Ratenplan sind allfällige dem Käufer drohende Verluste schon einkalkuliert.

Verbessert werden auch Ansprüche bei Baumängeln. Die Bauträger sollen künftig verpflichtet werden, ihren Vertragspartnern einen Haftrücklass in Höhe von mindestens zwei Prozent des Kaufpreises einzuräumen. Diesen Betrag können die Konsumenten über einen Zeitraum von drei Jahren zurückbehalten. Bei einem Gesamtpreis von 200.000 Euro darf der Käufer z._B. 4000 Euro zur Behebung von etwaigen Baumängeln behalten. Alternativ dazu kann der Bauträger dem Erwerber zur Sicherung solcher Ansprüche auch eine Bankgarantie oder eine geeignete Versicherung einräumen.

Zusätzlich will Justizministerin Maria Berger die Sicherheiten, die den Konsumenten eingeräumt werden, effizienter gestalten. Wenn die Verbraucher ihre Vorauszahlungen berechtigterweise zurückverlangen, sollen sie sich nicht mehr auf einen Spießrutenlauf oder einen Prozess gegen den Bauträger einlassen müssen, sondern gleich zu ihrem Geld kommen. Den Kunden soll zudem klar erläutert werden, welche Rechte und Pflichten sie mit einem Bauträgervertrag eingehen. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.1.2008)