Wien - Die Wiener Börse hat die Dienstag-Sitzung bei gutem Volumen mit sehr fester Tendenz beendet. Der Fließhandelsindex ATX stieg gegenüber dem Montag-Schluss (3.781,94) um 95,88 Punkte oder 2,54 Prozent auf 3.877,82 Zähler. Gegenüber Ultimo 2007 liegt der ATX per heute 635,16 Punkte oder 14,07 Prozent im Minus. Der ATX Prime schloss mit einem Plus von 2,32 Prozent oder 41,51 Punkten bei 1.831,88 Einheiten.

OMV und RI mit Kursrally

"Ausnahmsweise haben wir heute ein größeres Plus ausgewiesen als die übrigen Börsen in Europa", kommentierte ein Händler die sehr feste Schlusstendenz beim ATX. Im Späthandel konnte der Leitindex seine Gewinne weiter ausbauen. Als stärkste Zugpferde fungierten dabei die OMV und Raiffeisen International, wobei letztere im späten Geschäft noch ordentlich anzog.

Die Banken standen von Beginn weg im Blickpunkt, auch wenn erst mit der Eröffnung der US-Börsen wirklich Schwung in die Titel kam. Vor allem Raiffeisen International konnten kräftig zulegen und schlossen um 6,49 Prozent fester bei 86,76 Euro (427.796 gehandelte Stück in Einfachzählung). Erste Bank hinkten hier mit einem Aufschlag von 1,88 Prozent auf 36,78 Euro ein wenig hinterher (3,693.285 Stück). Es habe "einige Verkaufsorders" gegeben, berichtete ein Händler.

Hingegen seien die Orderbücher für OMV-Aktien voll gewesen, so der Händler. Die Papiere kletterten um 4,13 Prozent auf 47,66 Euro (1,196.229 Stück). Der ungarische Öl- und Gaskonzern MOL hat am Montag an der Budapester Börse um 5,72 Mio. Euro weitere 65.000 MOL-Aktien gekauft. Die Rückkauf-Strategie wird allgemein als Abwehrmaßnahme gegen eine feindliche Übernahme durch die OMV interpretiert. Diese Nachrichten seien jedoch nicht ausschlaggebend für die Kursgewinne gewesen, sondern nur ein Einflussfaktor unter mehreren, meinte der Händler.

Telekom fest, Wienerberger leichter

Gesucht waren auch Telekom Austria, die um 1,73 Prozent auf 18,81 Euro zulegten (1,298.456 Stück). Ein starkes Branchenumfeld wirkte sich positiv auf die Anteile aus. Da konnte auch eine Analyse von Goldman Sachs, in der die Analysten das Kursziel von 21,70 auf 21,20 Euro senken und die Kaufempfehlung beibehalten, kein negatives Sentiment bringen.

Ein weiterer Analystenkommentar kam zu Wienerberger. UBS hat ihr Anlagevotum von "Hold" auf "Sell" reduziert und das Kursziel für die Aktie von 49 auf 30,50 Euro gesenkt. Der Ziegelhersteller hat zudem einen neuen Hauptaktionär, wurde bekannt. Die AIM Trimark Investments mit Sitz in Kanada, eine Tochtergesellschaft der Fondsgesellschaft Invesco, hat ihren Anteil auf 10,03 Prozent erhöht. Wienerberger schlossen um 0,25 Prozent schwächer bei 31,60 Euro (485.335 Stück).

Stark zeigten sich die Immobilienwerte CA Immo Anlagen und Warimpex. CA Immo Anlagen kletterten an die Spitze des prime markets (plus 9,52 Prozent auf 13,80 Euro bei 210.445 gehandelten Stück). Warimpex folgten dicht dahinter mit einem Kursgewinn von 8,21 Prozent auf 7,25 Euro (15.838 Stück).

Die zehn größten Kursgewinner
1. CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG          +9,52 Prozent
2. MEINL EUROPEAN LAND LTD.          +8,66 Prozent
3. WARIMPEX FINANZ- UND BET. AG      +8,21 Prozent
4. RAIFFEISEN  INT. BANK-HLDG AG     +6,49 Prozent
5. TEAK HOLZ INT. AG                 +5,71 Prozent
6. CENTURY CASINOS INC               +5,61 Prozent
7. CHRIST WATER TECHNOLOGY AG        +5,43 Prozent
8. PANKL RACING SYSTEMS AG           +5,23 Prozent
9. BWIN INT. ENTERT. AG              +5,20 Prozent
10. INTERCELL AG                     +5,17 Prozent
Die zehn größten Kursverlierer
1. HIRSCH SERVO AG                   -5,30 Prozent
2. DO&CO RESTAURANTS&CATERING AG     -3,43 Prozent
3. EYBL INTERNATIONAL AG             -3,10 Prozent
4. BENE AG                           -2,82 Prozent
5. FRAUENTHAL HOLDING AG             -1,69 Prozent
6. CA IMMO INTERNATIONAL AG          -1,44 Prozent
7. BOEHLER-UDDEHOLM AG               -1,18 Prozent
8. BANK AUSTRIA CREDITANSTALT AG     -1,08 Prozent
9. KTM POWER SPORTS AG               -0,87 Prozent
10. ECO BUSINESS-IMMOBILIEN AG       -0,84 Prozent
(APA)