Washington - Angesichts der Finanzkrise in den USA sind sich Kongressabgeordnete beider Parteien weitgehend über umgehende Steuersenkungen einig. Die Präsidentin des von Demokraten dominierten Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, beriet am Mittwoch bis in die Nacht hinein mit dem Fraktionsführer der Republikaner, John Boehner, über Notmaßnahmen, um ein Abgleiten der Wirtschaft in die Rezession zu verhindern.

Nach Angaben aus Regierungskreisen sollen die Steuererleichterungen pro Arbeitnehmer mindestens 300 Dollar (206 Euro) betragen. Um denselben Betrag sollen die staatlichen Zuwendungen für Familien mit Kindern aufgestockt werden, wobei die Summe je nach Einkommen variieren könnte. Zur Finanzierung des Pakets hat sich Pelosi dem Vernehmen nach bereiterklärt, auf geplante Erhöhungen des Arbeitslosengeldes und der Lebensmittelhilfe für Bedürftige zu verzichten.

Beratungen werden am Donnerstag fortgesetzt

Uneinigkeit bestand zunächst noch darüber, in welchem Umfang Unternehmer in den Genuss von weniger Steuern kommen sollten. Insgesamt könnte das Paket Erleichterungen von mehr als 70 Mrd. Dollar (48,0 Mrd. Euro) umfassen. Dies sei weit mehr als ursprünglich erwartet, erklärte ein Berater der Demokraten. Weitere Verhandlungen waren für Donnerstag anberaumt.

Die Steuererleichterungen dürften des Haushaltsdefizit weiter in die Höhe treiben. Dieses wurde am Mittwoch vom unabhängigen Haushaltsamt des Kongresses (CBO) mit mindestens 250 Mrd. Dollar im laufenden Jahr veranschlagt. Als einer der Gründe wurde auf den sich abzeichnenden wirtschaftlichen Abschwung verwiesen. US-Präsident George W. Bush hat zur Unterstützung der strauchelnden Konjunktur ein Paket von Steuererleichterungen angeregt, das insgesamt rund 145 Mrd. Dollar kosten soll. (APA/AP)