Handy-TV zur Fußball-Europameisterschaft könnte laut T-Systems Media Broadcast doch Wirklichkeit werden. Das Bieterkonsortium rund um den IT-Dienstleister sucht derzeit eine breite Zusammenarbeit mit den übrigen drei Bieterparteien und zeigt sogar Bereitschaft, diese mit an Bord zu nehmen. Denkbar sei eine Minderheitsbeteiligung der Konsortien an der Media Broadcast GmbH, sagte der Projektverantwortliche Bertold Heil im APA-Gespräch.

Jahrelanger Rechtsstreit

Ziel ist es, "zu verhindern, dass es nach einer möglichen Lizenzierung für uns zu einem jahrelangen Rechtsstreit kommt", so Heil. Man habe im Vorfeld der Bewerbung allen potenziellen Programmaggregatoren eine Zusammenarbeit angeboten und halte diese Bereitschaft nach wie vor aufrecht. "Unser Ziel ist weiterhin eine nationale Gesamtlösung." Interesse soll auch die T-Mobile Austria signalisiert haben, die am Bietverfahren um die Handy-TV-Lizenz selbst nicht teilgenommen hat.

"Ein entsprechendes Roll-out-Szenario haben wir monatelang geplant und der KommAustria in unserem Antrag ausführlich dargelegt."

Im Gegensatz zur ORS, die einen Start von Handy-TV zur EURO 2008 für unrealistisch hält, sieht man dieses Vorhaben bei der Media Broadcast nicht gefährdet. "Ein entsprechendes Roll-out-Szenario haben wir monatelang geplant und der KommAustria in unserem Antrag ausführlich dargelegt." Das Unternehmen habe bereits in anderen Ländern unter noch größerem Zeitdruck DVB-H-Netze etabliert, sagte Heil. Für eine Neuausschreibung der Lizenz, wie sie ORS-Chef Michael Wagenhofer vorgeschlagen hatte, sieht man bei T-Systems freilich keine Notwendigkeit. (APA)