Wien - "Seit 24 Jahren muss ich erklären, was Erzählkunst ist", meinte Folke Tegetthoff, Gründer des Internationalen Erzählkunstfestivals "fabelhaft!". Nicht lange überzeugen musste er das Land Niederösterreich: Im Vorjahr wurde er "mit viel Enthusiasmus aufgenommen", erklärte Kulturamtsleiter Joachim Rössl bei der Programmpräsentation der zweiten Auflage - von 5. bis 13. Mai.

Das Festival, das im Vorjahr 11.574 Besucher verzeichnete, wird vom Herbst in die Pfingstzeit verlegt. Die "fabelhafte Schule des Zuhörens" tourt bereits von 3. März bis 18. April durch niederösterreichische Schulen, wo Tegetthoff mit insgesamt 51 Workshops und 20 Schulprogrammen auch Elternvereine und Lehrer erreichen will: "Es geht ja nicht darum, dass da eine alte Oma im Lehnstuhl sitzt und Märchen erzählt. Geschichten erzählen vom Wunderbaren, das allem innewohnt."

Beim Festival sind 21 Erzähler aus elf Ländern und 15 Musiker aus acht Ländern an 21 Spielstätten in neun Orten zu Gast. Tegetthoff: "Wir wollen ein ganzes Bundesland sensibilisieren."

Unter dem Motto "Pfingsten wie im Märchen" werden u.a. die Eröffnungsgala "Alles erzählen" in der Bühne am Hof in St. Pölten (5. Mai), eine lange Nacht der Märchenerzähler im Festspielhaus St. Pölten (10. Mai) und ein kulinarisches "Wellenlauschen" am Donauschiff in der Wachau (12. Mai) angeboten. Als weiteren Veranstaltungsorte fungieren Tulln, Bad Schönau, St. Peter in der Au und die Schallaburg.

Die Kunst des Erzählens teilt Werte und Emotionen mit, das Erlernen von Achtung, Respekt und Aufmerksamkeit stelle eine wichtige Botschaft insbesondere für Politiker und Jugendliche dar, zeigte sich Landesrätin Petra Bohuslav (V) überzeugt. Als Sponsorenvertreter schlossen sich Thomas Malleschitz (Hutchison 3G Austria), Wolfgang Just (Landesverband der NÖ Sparkassen) und Johannes Coreth (NÖ Versicherung) dieser Ansicht an. Coreth: "Man ist überrascht, was man alles erfährt, wenn man zuhört." Die Überwindung der Sprachlosigkeit reduziere auch das gesellschaftliche Gewaltpotenzial. (APA)