Jerusalem - Israel hat seine Bürger dringend aufgerufen, die ägyptische Halbinsel Sinai zu verlassen. Für israelische Urlauber bestehe dort erhöhte Gefahr von Terroranschlägen und Entführungen, erklärte die israelische Behörde für Terrorismus-Bekämpfung am Donnerstag. "Die Terrordrohungen haben sich in Sinai in letzter Zeit erheblich verschärft... die Bresche zwischen dem Gazastreifen und dem Sinai erleichtert es Terroristen, sich zwischen diesen Gebieten hin- und herzubewegen", hieß es in der Mitteilung des Amtes, das Ministerpräsident Ehud Olmert direkt unterstellt ist.

Am Mittwoch hatten Palästinenser in den Grenzzaun zwischen dem Gazastreifen und Ägypten mit Sprengstoff Breschen geschlagen. Zehntausende Palästinenser überquerten seither die Grenze, um sich in Ägypten mit Lebensmitteln und Gebrauchsgütern zu versorgen. Die Sinai-Halbinsel, die nach dem Friedensabkommen zwischen Ägypten und Israel 1979 von israelischen Truppen geräumt wurde, ist mittlerweile ein beliebtes Reiseziel für Israelis. "Die Entführungsdrohungen sind sehr konkret und wir haben keine andere Wahl, als zu sagen: Verlasst den Sinai so schnell wie möglich", sagte der Chef des Amtes, Elkanar Nof, im Militärrundfunk.

Auf israelische Touristen in Sinai wurden in der Vergangenheit drei schwere Anschläge verübt. Im April 2006 starben 22 Menschen in Dahab, im Juli 2005 wurden 70 Menschen in Sharm el Sheikh, im Oktober 2004 in Taba 34 Menschen getötet. (APA)