Der ATX hat im Vergleich Donnerstag auf Donnerstag der Vorwoche genau eine 0,0% Performance hingelegt, welche im Vergleich zu vielen anderen internationalen Märkten jedoch wirklich ausgezeichnet anmutet (zB DAX: -8,0%, EuroStoxx50: - 6,3%, etc.). Fairerweise muss allerdings betont werden, dass der ATX schon in den Wochen davor deutlich schlechter performt hat als andere Indizes. Die Abschläge vom Topniveau liegen auf Basis von rund 3.900 Punkten im ATX damit bei ca. -22%, intraday am Dienstag reichte das Minus vom Top temporär -30%.

Mit diesen Werten sollte das maximale Rückschlagspotenzial ziemlich ausgelotet sein. Wir können nicht völlig ausschließen, dass ein weiterer Test der Tiefststände bei 3.500 - 3.600 Punkten bevorsteht, v.a. wenn weitere Hiobsbotschafen aus dem Finanzsektor verlautbart werden. Der Index ist aus unserer Sicht bei diesen Niveaus aber sehr, sehr gut fundamental abgesichert. Auf Basis unserer Gewinnschätzungen für 2008 notiert der ATX bei einem KGV von knapp unter 10x, was auch historisch gesehen jeweils das untere Ende der Bandbreite war. Im Vergleich zur 10-jährigen Staatsanleihe beträgt der Spread (Gewinnrendite - Bondrendite) damit rund 6,0%, was in den letzten 15 Jahren (solange unsere Datenbank-Aufzeichnungen reichen) ein noch nie dagewesenes Niveau darstellt. Das bedeutet somit aus unserer Sicht, dass in den aktuellen Kursen bereits eine deutliche Abschwächung der Gewinnentwicklung eingepreist ist und der Index wäre trotzdem noch immer auf fundamental attraktiven Niveaus.

Aufgrund der Unsicherheiten würden wir zwar weiterhin eine solide Cash- Position empfehlen, im Falle von Rückschlägen würden allerdings klar zu selektiven Käufen raten, um manche Werte zu wirklichen Schnäppchenpreisen aufzusammeln. Als erste Kandidaten sehen wir dabei Intercell, Raiffeisen Int., EVN, Andritz, voestalpine, Wienerberger oder auch wieder den einen oder anderen Immobilienwert. Als Depotabsicherung sehen wir auch OMV auf dem aktuellen Niveau als sehr interessant. Die Berichtssaison hat diese Woche sehr gut begonnen. Palfinger, SBO, Wr. Städtische, UNIQA und AT&S konnten allesamt gute Zahlen ausweisen, was uns durchaus zuversichtlich stimmt.