Sydney - Zwei Ereignisse rund um Fischer und Haie sorgten am Wochenende für Aufregung. Wobei die Rolle des Haies wechselte: Brachte bei einem Unfall in Australien ein Hai einen Fischer durch einen Biss in Lebensgefahr, rettete ein anderer Hai drei Fischern aus Nauru, die sein Blut tranken, das Leben.

Die drei Fischer hatten eine 1600-Kilometer-Odyssee im Pazifik überlebt. Nach ihrer wunderbaren Rettung durch ein Fischerboot aus Taiwan erzählten die drei Männer am Sonntag in Majuro auf den Marshall-Inseln von ihrer abenteuerlichen Seefahrt. Der 38-jährige Stevie Notte, der 32-jährige Gabriel Mwareow und der 25-jährige Solomon Tom waren von ihrer Heimatinsel in See gestochen und hatten sich lediglich für einen Tag verproviantiert, als ihr Schiff aufs offene Meer hinaustrieb.

Wassermangel

Am schlimmsten war der Wassermangel: "Wir waren so durstig, dass wir das Blut des Hais tranken", sagte Notte. Als es einmal regnete, hätten sie das Wasser aus dem Boot aufgeleckt. Außer dem Hai fingen sie auch einen Thunfisch. "Was mich am Leben erhielt, war der Gedanke an meine Kinder", sagte Notte. "Ich konnte doch nicht auf hoher See umkommen - und sie warten auf mich!"

Am vierten Tag sahen sie ein Flugzeug, doch der Pilot wurde nicht auf sie aufmerksam. Am elften Tag sahen sie am Horizont das Fischerboot aus Taiwan aufkreuzen. "Tom und Gabriel hielten mich hoch, so dass ich dem Boot winken konnte", erzählte Notte. Der Botschafter Taiwans in Majuro, Bruce Linghu, versprach dem geretteten Trio eine Luxus-Flugreise zurück auf ihre Heimatinsel.

Mann gerettet

Ebenfalls glimpflich ging am Sonntag der Unfall eines Fischers vor Australien aus: Rettungskräfte haben einen Hai geköpft, um einen Mann aus dessen Maul zu befreien. Wie ein Sprecher der Luftrettung am Sonntag mitteilte, hatte der 20-Jährige den 90 Kilogramm schweren Fisch beim Angeln vor der Küste des Bundesstaats Queensland in sein Boot gehievt. Als er auf den Schwanz des Tieres getreten sei, habe dieses seine Zähne in die Wade des jungen Mannes geschlagen. "Sie mussten den Kopf abschneiden", sagte der Sprecher, "er hatte sich festgebissen". Der Sanitäter Darrin Hatchman berichtete, der Angler habe Glück gehabt, da der Biss nur knapp lebenswichtige Blutgefäße verfehlt habe. "Ein paar Millimeter daneben und ein etwas kräftigerer Biss, und es wäre ein Wunder gewesen, wenn ihr ihn vor dem Verbluten hätten retten können", sagte Hatchman im Hörfunksender ABC. Der Mann wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht und sollte operiert werden. Hai-Attacken kommen vor Australiens Küsten häufig vor.(APA)