In Hessen hat ein deutscher Konservativer bei den Wahlen 12 Prozent eingebüßt - auch deshalb, weil sein Vorschlag, (ausländische) jugendliche Gewalttäter in Erziehungslager zu sperren, als falsche Lösung empfunden wurde. Die Deutschen hören offenbar das Wort "Lager" nicht (mehr) so gern.

In Österreich, genauer in Kärnten, richtet Landeshauptmann Haider zwar keine Lager ein, aber er schmeißt tschetschenische Asylantenfamilien raus. Zwei Jugendliche waren in eine Schlägerei verwickelt. Daher werden die Familien auch gleich deportiert. Niederösterreich hat sie genommen, aber für Menschen, für Kinder, die aus einem brutalen, völkermordähnlichen Krieg geflohen sind, eine weitere traumatische Erfahrung.

Egal, der Herr Landeshauptmann erhebt sich zum Herrn über das Schicksal von armen Teufeln, von denen die große Mehrheit völlig unschuldig ist. Ortstafeln kann er keine mehr abmontieren, weil die Bundesregierung zu feig ist, ein Urteil des Verfassungsgerichtshofes durchzusetzen. Also lässt er mit der Polizei Flüchtlinge stampern, obwohl höchst umstritten ist, ob er das überhaupt darf. Egal, er tut es, und kaum jemanden regt das auf. (rau/DER STANDARD, Printausgabe, 29.1.2008)