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Eine Radar-Aufnahme (25.1. 2008) vom vorüberziehenden 2007 TU24. Ein Bildpixel entsprechen etwa 20 Meter.

Foto: REUTERS/NASA/JPL-Caltech
Pasadena - Ein rund 250 Meter großer Asteroid hat sich Dienstag Vormittag der Erde so weit genähert, wie es nur selten vorkommt. Der Brocken schoss um 9.33 Uhr nur 538.000 Kilometer an unserem Planeten vorüber; das entspricht der 1,3-fachen Entfernung zwischen Erde und Mond.

Nach jüngsten Radarmessungen der US-Raumfahrtbehörde NASA ist dies die dichteste Begegnung mit einem bekannten Asteroiden dieser Größe bis mindestens zum Ende des nächsten Jahrhunderts. Die nächste aber nicht ganz so knappe Annäherung eines bekannten Asteroiden derselben Größe oder größer wird erst im Jahr 2027 zu beobachten sein.

Ein Einschlag des Objekts mit der Bezeichnung 2007 TU24 auf der Erde wurde für diesesmal und ist auch in absehbarer Zukunft ausgeschlossen. "Es ist die nächste Erdannäherung dieses Asteroiden für mehr als 2.000 Jahre", erläuterte NASA-Astronom Steve Ostro vom Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (US-Staat Kalifornien).

An diesem Mittwoch wird der Asteroid 2007 WD5 sehr nahe an unserem Nachbarplaneten Mars vorbeifliegen. Nach NASA-Berechnungen soll er sich dem Roten Planeten bis auf etwa 26 000 Kilometer nähern - das ist rund 20 Mal dichter als 2007 TU24 der Erde kam. Die Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag auf dem Mars liegt nach NASA- Angaben jedoch nur bei 1 zu 10 000.

Erst vor drei Monaten entdeckt

Der Asteroid war erst am 11. Oktober vergangenen Jahres entdeckt worden. Mit dem 70 Meter großen Goldstone-Radioteleskop in Kalifornien berechneten die Astronomen in der vergangenen Woche den Durchmesser des zu dem Zeitpunkt noch 16 Millionen Kilometer entfernten Himmelsobjekts mit grob 250 Metern.

Amateurastronomen berichteten im Internet, der Asteroid habe sich erstaunlich schnell über den Nachthimmel bewegt. Der Himmelskörper werde nun noch einige Tage im Fernrohr zu sehen sein und mit professionellen Radioteleskopen genauer untersucht, erläuterte Asteroidenforscher Gerhard Hahn vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin.

"Man möchte wissen, wie groß er genau ist und ob er sich dreht", sagte Hahn. Weitere Fragen lauteten: "Welche Form hat er, gibt es Krater auf seiner Oberfläche?" Ergebnisse der Radarmessungen lägen ihm bislang aber noch nicht vor.

Das NASA-Programm für erdnahe Objekte führt derzeit 5086 Asteroiden, die der Erde nahe kommen. Für keinen ist derzeit ein Einschlagrisiko bekannt. Viele erdnahe Objekte werden jedoch erst kurz vor - oder sogar nach - einer Annäherung an die Erde gesichtet, so dass ein Einschlag nicht generell ausgeschlossen ist. (APA/red)