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In puncto Größe stand die private Malaise seinem Werk in nichts nach: Ernest Hemingway.

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Ein oft bemühtes Rock'n'Roll-Klischee besagt, dass es ausgerechnet die größten Ungustln sind, die die besten Platten aufnehmen. Ganz von der Hand zu weisen ist es nicht. Auch bei Schriftstellern, den männlichen, verhält es sich zum Teil ähnlich. Die Literaturgeschichte wäre ohne die Werke von Autoren, die privat unerträglich waren und ihren Frauen das Leben zur Hölle auf Erden machten, um eine Vielzahl bedeutender Werke ärmer. Genie & Arschloch heißt das von der Grazer Autorinnen Autoren Versammlung ausgerichtete, zweitägige Symposium im Literaturhaus Wien, das solche Künstlerpersönlichkeiten wie etwa Ernest Hemingway untersucht: "Man kann behaupten: Das Werk ist das Ziel. Man kann aber auch entgegnen: Der Mensch erzielt das Werk. Berühmte Namen glänzen. Doch offenbart sich hinter dem Glanz so manche Schattenseite, über die allzu gerne hinweggeblickt wird." Die Referenten Wolfgang Müller-Funk, Tobias Hierl, Hilde Schmölzer, Ludwig Laher, Charlotte Ueckert, Manfred Chobot, Mechthild Podzeit-Lütjen und Helmut Rizy blicken nicht darüber hinweg. Sie zoomen auf die Schweinereien von Papa Hem, Arno Schmidt, Karl Valentin oder John Ford und die Beziehungen zwischen F. Scott und Zelda Fitzgerald, Arthur Rimbaud und Claire Goll, Brecht und den Frauen. Auch der Geniebegriff an sich wird durchleuchtet. Teil zwei folgt am Donnerstag. (fast, DER STANDARD - Printausgabe, 29. Jänner 2008)