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Nach derzeitigen Informationsstand wolle man 2010 mit dem Bau des Projektes beginnen. Weitere Verzögerungen könnten den Beitrag der EU verringern, warnte Van Miert.

Foto: AP/Joensson
Innsbruck - Der EU-Koordinator für die sogenannte TEN-Achse zwischen Berlin und Palermo, Karel van Miert, kann vorerst noch nicht sagen, ob der Brenner-Basistunnel (BBT) unter 10 Mrd. Euro kosten wird. "Das hängt von den Finanzierungsmodellen ab. Erst wenn diese in einem Jahr stehen, können wir dazu Aussagen machen", erklärte er am Dienstag in Tirol vor Journalisten. Bisher seien bereits 102 Mio. Euro von Österreich und Italien und 42,5 Mio. Euro von der EU für geologische Untersuchungen und weitere Kosten bezahlt worden.

In einem Jahr wolle man mit dem Finanzierungsplan und den voraussichtlichen Kosten an die Öffentlichkeit gehen. "Das Geld ist da, es ist vorhanden. Klar, dass es sich dabei um Steuergelder handelt", sagte der frühere EU-Verkehrskommissar.

2008 sei ein wichtiges Jahr. Genehmigungen müssen eingeholt und Finanzierungskonzepte abgeschlossen werden. Wenn die Finanzierungsmodelle bis Ende 2008 nicht klar sind und Wien und Rom deren Sicherheit nicht garantieren können, dann sei auch die Finanzspritze aus Brüssel in Gefahr. Die EU wolle sich mit 20 Prozent an den Kosten des BBT beteiligen. Doch solange es die Umweltgenehmigung nicht gebe, werde auch kein Geld fließen.

Ausschreibung in einem Jahr

Im Jahr 2009 solle dann die Ausschreibung stattfinden. "Alles muss transparent gemacht werden", versicherte Van Miert. Nach derzeitigen Informationsstand wolle man 2010 mit dem Bau des Projektes beginnen. Weitere Verzögerungen könnten den Beitrag der EU verringern, warnte er.

Über 3 Mrd. Euro würden für den Haupttunnel benötigt, schilderte der Chef der Brenner-Basistunnel-Gesellschaft, Konrad Bergmeister. 800 Mio. Euro seien für die Bahntechnik, 500 Mio. Euro als Risikovorsorge und 440 Mio. Euro für Managementkosten vorgesehen. Eine 15-prozentige Reserve sei in den derzeitig berechneten Baukosten von sechs Mrd. Euro (ohne Finanzierungskosten) enthalten. Mit einem Meterpreis von 109.000 Euro sei zu rechnen.

Van Miert erklärte, dass er dem kürzlich geplatzten Finanzierungsmodell durch private Investoren immer skeptisch gegenüber gestanden sei. "Es gibt Phasen, in denen glaubt man, alles über Public-Private-Partnership-Modells (PPP) machen zu können. Man konnte es ja mal versuchen", meinte er. Nun sei es aber wichtig, nicht weiter Zeit mit diesem Konzept zu verlieren. Eventuell könne man beim Thema Tunnel-Einrichtung noch einmal darüber reden.

2012 soll die Zulaufstrecke im Unterinntal fertig sein. Der mit 62 Kilometern längste Eisenbahntunnel Europas könnte bis 2022 in Betrieb gehen. Die Fahrtzeit zwischen Bozen und Innsbruck würde sich für den Güterverkehr von derzeit zwei Stunden auf 50 Minuten reduzieren. (APA)