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Die neuen englischen Dressen werden wir bei der EM nicht bewundern dürfen.

Foto: APA/EPA/Humbry
London - Wie Österreich gegen Deutschland läutet am Mittwoch auch der Co-Veranstalter die letzte Phase des Countdowns auf die EURO 2008 mit einem Länderspiel gegen einen Großen des Weltfußballs ein. Die Schweizer proben am Mittwoch im Wembley-Stadion (21.00 Uhr) gegen England, einen der prominenten EM-Zuschauer. "Natürlich steigt die Spannung", sagt SFV-Teamchef Jakob "Köbi" Kuhn, "sie steigt wegen des Gegners und weil wir noch nicht ganz bereit sind".

Schweizer 40-Mann-Kader

Kuhn bringt die derzeitige Situation im Teamkader jedoch nicht aus der Ruhe. Das sei weiter nicht tragisch, die meisten der Verletzen sollten demnächst wieder fit werden, meint der 64-Jährige: "Mir wäre natürlich lieber, wenn wir schon jetzt so weit wären. Es bleibt aber noch genügend Zeit." Ihm sei bewusst, dass noch nicht alles 100-prozentig klappen könne, was aber 100-prozentig klappen müsse, sei der Einsatz, nannte Kuhn seine Erwartungen gegen die "Three Lions".

Kuhn hat derzeit einen erweiterten 40-Mann-Kader, der nicht allein für das EM-Turnier gedacht ist, zusammengestellt. Momentan sei ein Gerippe im Entstehen, aus dem sich letztlich die 23 EM-Spieler herauskristallisieren würden. "Es wird sicher Härtefälle geben, ich hoffe jedenfalls, dass mir die Auswahl nicht leicht fallen wird", sagte der SFV-Teamchef, der nach der EURO seinen Hut nimmt und in dessen Fußstapfen aller Voraussicht nach der Noch-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld treten wird.

Kroatien und Polen testen

Auch Österreichs EURO-Gruppengegner Kroatien und Polen sind am Mittwoch im Länderspiel-Einsatz. Während die Kroaten in Split auf die Niederlande treffen, bekommt es die polnische Mannschaft im Rahmen des Turniers auf Zypern mit Tschechien zu tun. Mit Willi Ruttensteiner (Split) und Walter Kogler (Larnaka) sitzen bei beiden Spielen ÖFB-Spione auf der Tribüne.

Im ersten Antreten nach dem 3:2-Auswärtstriumph in England, das den Briten im vergangenen November das EM-Ticket gekostet hatte, schraubte Kroatiens Coach Slaven Bilic die Erwartungen vor dem Duell mit den "Oranjes" hoch. "Wir sehen dieses Spiel als echte Herausforderung. Das heißt, wir werden auch einen Sieg anstreben", meinte der Teamchef vor der Partie in seiner Heimatstadt. "Im Fußball sollte man sich nicht auf vergangenen Erfolgen ausruhen. Was passiert ist, ist bereits Geschichte."

Mit Kapitän Niko Kovac steht auch ein Österreich-Legionär im kroatischen Aufgebot. Der Mittelfeldspieler ist einer von 19 Legionären im 20-Mann-Kader. Einzig Talent Luka Modric, der bereits auf dem Wunschzettel einiger europäischer Top-Clubs steht, verdient sein Geld noch bei Dinamo Zagreb.

Dirk Kuyt passt nicht ins System

Aufseiten der Niederländer - am 26. März auch Gegner Österreichs in Wien - verzichtete Teamchef Marco van Basten auf Liverpool-Stürmer Dirk Kuyt, neben den weiter angeschlagenen Arjen Robben und Robin van Persie fehlt auch Ruud van Nistelrooy verletzungsbedingt. Vor allem der Verzicht auf Kuyt überraschte, laut Van Basten passt dieser jedoch nicht mehr in sein neues 4-2-3-1-System. Ajax-Jungstar Jan-Klaas Huntelaar soll nun an vorderster Front stürmen.

Die polnische Auswahl absolviert in Larnaka bereits ihren zweiten Auftritt im EURO-Jahr. Nachdem Teamchef Leo Beenhakker beim 1:0 gegen Finnland am vergangenen Samstag rein auf Profis aus der polnischen Liga setzte, sind gegen Tschechien 14 Legionäre, darunter auch Austria-Verteidiger Jacek Bak, dabei. Bei Tschechien muss Karel Brückner auf seine angeschlagenen Leistungsträger Tomas Rosicky, Marek Jankulovski und Tomas Galasek verzichten.(APA)