London - Britische Ingenieure haben in London präsentiert, wie das Interkontinental-Flugzeug von morgen aussehen soll: Der A2-Flieger würde demnach mit rund fünffacher Schallgeschwindigkeit (etwa 6.400 Stundenkilometer, Anm.) in weniger als fünf Stunden von Europa nach Australien düsen. Das Technikwunderwerk soll 300 Passagiere aufnehmen können und mit Wasserstoff angetrieben werden.

Im Bild: Der A2 auf dem Boden.

Illustration: Reaction Engines Ltd 2006

Das Projekt wird von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA unterstützt. Einsatzbereit könnte die Maschine frühestens in 25 Jahren sein, sagte der Chef der Entwicklerfirma Reaction Engines, Alan Bond, der Tageszeitung "The Guardian".

Im Bild: Der A2 hebt ab.

Illustration: Reaction Engines Ltd 2006

Das 132 Meter lange Flugzeug soll fast doppelt so groß sein wie die größten Passagierjets der Gegenwart. Zum Vergleich: Der A380 von Airbus ist rund 72 Meter lang. Als Treibstoff ist flüssiger Wasserstoff vorgesehen, der umweltfreundlicher sein soll als Kerosin. Kritiker wenden ein, dass die Herstellung des Wasserstoffes möglicherweise umweltschädlicher sei, als der Betrieb mit Kerosin. Außerdem könnte der Flug in Höhe der Ozonschicht der Atmosphäre zusätzlichen Schaden zufügen.

Im Bild: Der A2 während des Interkontinantalfluges.

Illustration: Reaction Engines Ltd 2006

Für Passagiere, die zu Klaustrophobie neigen, dürfte das Flugzeug allerdings weniger geeignet sein, denn auf Fenster wurde verzichtet - bei derart hohen Geschwindigkeiten könnten sonst Hitzeprobleme entstehen. Möglicherweise könnte aber durch Flachbildschirme die Illusion erweckt werden, dass die Passagiere nach draußen blicken, so Bond. Der Preis für den Trip, der von Brüssel bis Australien vier Stunden und vierzig Minuten dauern soll, könnte den Kosten eines heutigen Tickets für die Erste Klasse entsprechen; derzeit sind dies rund 4.700 Euro.

Im Bild: Der A2 während des Interkontinantalfluges, von hinten.

Illustration: Reaction Engines Ltd 2006

Bond räumte ein, dass die Aussicht auf diese Supermaschine heutzutage unglaublich erscheine, er halte es aber für durchaus möglich, dass künftige Generationen "Tagesreisen" nach Australien und Asien unternehmen könnten. (APA/red)

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Im Bild: Vergleich zwischen dem A2 und einem A380.

Illustration: Reaction Engines Ltd 2006