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Vor dem Länderspiel Österreich - Deutschland kam es am Mittwoch zu Verkehrsbehinderungen vor dem Ernst Happel Stadion

Foto: APA/ Herbert P. Oczeret
Das 0:3 gegen Deutschland war am Mittwochabend für viele Fußballfans noch leicht zu ertragen. Ins Stadion zu kommen wurde für viele zur Nervenprobe, egal ob mit dem eigenen Auto oder mit den Öffis.

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Wien - Wenn man dem Spruch Glauben schenkt, dass eine verpatzte Generalprobe ein gutes Omen für die Premiere sei, dann muss die EURO, verkehrstechnisch gesehen, Standing Ovations bekommen. Gestanden sind in Wien am Mittwochabend auf dem Weg zum Länderspiel Österreich gegen Deutschland auch viele, allerdings im Stau. Nach einem Unfall auf der Tangente ging rund um den Praterstern nichts mehr.

Die Anreise zum Match wurde für viele zum Geduldsspiel.Vom Gelände des Alten AKH brauchte ein, von einer Salzburger Brauerei gecharterter, Reisebus eine Stunde bis zum Happel-Stadion. Vor allem der Franz-Josefs-Kai war verstopft. Ab der Urania floss der Verkehr wieder, bei der Einfahrt in den Prater ging es dann wieder in Schrittgeschwindigkeit. Für diejenigen im Brauereibus, die dem Produkt ihres Gastgebers fleißig zusprachen, ging sich Aussteigen, Wasserlassen und zehn Meter weiter wieder einsteigen problemlos aus.

Viele, die sich am Abend mit dem Taxi von der Innenstadt in Richtung Prater wagten, gaben nach ein paar hundert Metern auf dem Ring auf und stiegen in die U-Bahn um.

Anja Richter, Sprecherin des Wiener EURO-Organisationskomitees, glaubt fest an eine Entflechtung der Verkehrsströme im Juni. "Es wird einen ausgeschilderten Fußweg durch den Prater geben, und die U2 ist dann auch verlängert." Autos werden auf eigenen Routen zu den Parkplätzen gelotst, und die für den öffentlichen Verkehr wichtige Meiereistraße werde gesperrt, verspricht sie.

FP, BZÖ, Grüne und VP übten Kritik an Verkehrsstadtrat Rudi Schicker und sprachen von einer "Pleite". Die Rathaus-SP sah darin "destruktive Panikmache".

"Gestern war Match, keine Frage", sagt Stefan Sauer vom ARBÖ, "aber nach dem Unfall auf der Tangente im Abendverkehr hätte es auch an jedem anderen Tag einen Stau gegeben." Es sei aber zweifelsohne so, dass man am Mittwoch sehen konnte, was auch bei der EURO passieren könnte. Die Autofahrerclubs setzen für Juni vor allem auf Information. "Wenn man weiß, dass der Ring gesperrt ist, kann man sich darauf einstellen." Die EURO werde, was den Verkehr betreffe, ungefähr so sein "wie drei Wochen Wien-Marathon". (fern, kol, moe, szem, DER STANDARD - Printausgabe, 8. Februar 2008)